Tinnitus: Chronische Krankheiten auf lange Sicht lindern

In einem euro­pa­wei­ten For­schungs­pro­jekt unter Betei­li­gung von Uni­ver­si­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Regens­burg (UKR) wird in ver­schie­de­nen Stu­di­en unter­sucht, wie chro­ni­sche Krank­hei­ten künf­tig bes­ser ver­sorgt oder ganz ver­mie­den wer­den kön­nen. Das deut­sche Team wird eine App für Tin­ni­tus-Pati­en­ten ent­wi­ckeln.

115 Mil­li­ar­den Euro – die­sen Preis zah­len aktu­el­len Schät­zun­gen zufol­ge alle euro­päi­schen Staa­ten jähr­lich für chro­ni­sche Krank­hei­ten. Eine enor­me Belas­tung, an der nun das euro­pa­wei­te For­schungs­vor­ha­ben CHRODIS+ ansetzt. Ende Sep­tem­ber wur­de mit einem drei­tä­gi­gen Kick-Off-Mee­ting der Start­schuss für die Gemein­schafts­ak­ti­on gege­ben, in der sich die nächs­ten 36 Mona­te 42 Insti­tu­tio­nen aus 18 euro­päi­schen Län­dern in ver­schie­de­nen Pro­jek­ten enga­gie­ren. Am Schluss sol­len die Ergeb­nis­se für alle Teil­neh­mer ein­heit­lich auf­be­rei­tet und so für ganz Euro­pa glei­cher­ma­ßen nutz­bar gemacht wer­den. Für Deutsch­land arbei­ten die Uni­ver­si­tä­ten in Regens­burg, Mag­de­burg und Ulm in einer über­grei­fen­den Arbeits­grup­pe für CHRODIS+ zusam­men.

Das deut­sche Team wird inner­halb des Pro­jekts eine App für Tin­ni­tus-Pati­en­ten ent­wi­ckeln. „Tin­ni­tus ist eine chro­ni­sche Krank­heit, von der 42 Mil­lio­nen Men­schen in Euro­pa betrof­fen sind. Mit der App hof­fen wir, die The­ra­pie­stra­te­gie für Betrof­fe­ne zu opti­mie­ren. Wenn sich dies bewährt, kann das Kon­zept auch auf vie­le wei­te­re chro­ni­sche Krank­hei­ten wie bei­spiels­wei­se Dia­be­tes über­tra­gen wer­den“, erläu­tert Dr. Win­fried Schlee, Pro­jekt­lei­ter am Tin­ni­tus­zen­trum von Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum und Uni­ver­si­tät Regens­burg. Die Smart­pho­ne-App wur­de bereits im Vor­feld kon­zi­piert und wird nun im Rah­men von CHRODIS+ wei­ter­ent­wi­ckelt. Pati­en­ten sol­len durch kur­ze dia­gnos­ti­sche Fra­ge­bö­gen mehr­mals täg­lich ihren Tin­ni­tus-Sta­tus mes­sen kön­nen. Durch die höhe­re Dia­gno­se­fre­quenz ist es den behan­deln­den Medi­zi­nern mög­lich, den Ver­lauf eng­ma­schig zu kon­trol­lie­ren und dadurch die Behand­lung genau anzu­pas­sen. „Uns ste­hen aktu­ell nur die Daten zur Ver­fü­gung, die wir punk­tu­ell beim Behand­lungs­ter­min des Pati­en­ten erfas­sen. Der Tin­ni­tus kann sich aber im Lau­fe des Tages ver­än­dern. Die­se Ände­run­gen kön­nen nur durch eine erhöh­te Mess­fre­quenz auf­ge­zeich­net wer­den, wie es durch die App ermög­licht wird“, so Dr. Schlee wei­ter.

Das Gemein­schafts­pro­jekt CHRODIS+ soll dazu bei­tra­gen, das Gesund­heits­be­wusst­sein in der Euro­päi­schen Uni­on zu för­dern. Finan­ziert wird es durch ver­schie­de­ne For­schungs­ver­bün­de der ein­zel­nen Mit­glied­staa­ten. Ins­ge­samt wer­den in den nächs­ten 36 Mona­ten 16 poli­ti­sche Initia­ti­ven und 22 kon­kre­te Pilot­pro­jek­te star­ten. Alle inner­halb von CHRODIS+ ange­sto­ße­nen Pro­jek­te sol­len dafür sen­si­bi­li­sie­ren, dass ein gesund­heits­för­dern­des Enga­ge­ment bei chro­ni­schen Krank­hei­ten auf fol­gen­den Eck­pfei­lern auf­baut: der Gesund­heits­för­de­rung und Krank­heits­prä­ven­ti­on, der Stär­kung der Pati­en­ten­au­to­no­mie, dem Erhalt der Lebens­qua­li­tät und der Ver­län­ge­rung der Über­le­bens­dau­er bei chro­ni­schen Krank­hei­ten sowie der Schaf­fung eines nach­hal­ti­gen Gesund­heits­sys­tems, das adäquat auf eine altern­de Gesell­schaft vor­be­rei­tet ist.

Quel­le: Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Regens­burg (UKR)

Quelle
Universitätsklinikum Regensburg
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