Transorale Mikrochirurgie versus Radiotherapie

For­scher des Natio­nal Col­la­bo­ra­ting Cent­re for Can­cer im wali­si­schen Car­diff haben in einer aktu­el­len Stu­die eva­lu­iert, wel­che Behand­lungs­me­tho­de bei Pati­en­ten mit Kehl­kopf­krebs (frü­hes Sta­di­um, T1 oder T2) die höchs­te Kos­ten­ef­fek­ti­vi­tät beinhal­tet.

Für ihre Ana­ly­se wen­de­ten die For­scher einen Mar­kow-Ent­schei­dungs­pro­zess unter Rück­griff auf Daten aus sys­te­ma­ti­schen Reviews und Meta­ana­ly­sen sowie der zuschreib­ba­ren Kos­ten aus Quel­len des Natio­nal Health Ser­vice NHS an. Bei dem Mar­kow-Ent­schei­dungs­pro­blem (MEP, auch Mar­kow-Ent­schei­dungs­pro­zess oder MDP für Mar­kov deci­si­on pro­cess) han­delt es sich um ein Modell von Ent­schei­dungs­pro­ble­men, bei denen der Nut­zen eines Agen­ten von einer Fol­ge von Ent­schei­dun­gen abhän­gig ist.

Die Daten zur Mor­ta­li­tät stamm­ten aus Updates bereits exis­tie­ren­der Reviews, die für die Leit­li­ni­en­er­stel­lung des Natio­nal Insti­tu­te for Health and Care Excel­lence NICE durch­ge­führt wur­den. Die Behand­lungs­kos­ten stam­men aus Quel­len des NHS für die Jah­re 2013/2014.

Die Auto­ren ver­gli­chen die Kos­ten der laser­ge­stütz­ten trans­oralen Mikro­chir­ur­gie mit denen der Radio­the­ra­pie bei Pati­en­ten mit T1- oder T2-Kehl­kopf­krebs. Als Pri­m­ärziel fun­gier­ten die Gesamt­kos­ten, die Inkre­men­tal­kos­ten sowie die qua­li­täts­ad­jus­tier­ten Lebens­jah­re über eine Zeit­span­ne von 10 Jah­ren.

Die Radio­the­ra­pie als initia­le Behand­lung erwies sich im Ver­gleich zur Mikro­chir­ur­gie als kos­ten­in­ten­si­ver: 2.652 £ gegen­über 623 £. Die Rate der qua­li­täts­ad­jus­tier­ten Lebens­jah­re wur­de bei der Radio­the­ra­pie stär­ker (0,141) redu­ziert als bei Mikro­chir­ur­gie (0,04). Die Domi­nanz der trans­oralen Mikro­chir­ur­gie bei T1a-Tumo­ren blieb in den meis­ten Sze­na­ri­en zur Sen­si­ti­vi­täts­ana­ly­se unver­än­dert.

Bei Kehl­kopf­krebs des Sta­di­um T1b und T2 ver­än­der­ten sich die Ergeb­nis­se in zahl­rei­chen Sze­na­ri­en. In der pro­ba­lis­ti­schen Sen­si­ti­vi­täts­ana­ly­se hat­te die tran­so­ra­le Mikro­chir­ur­gie eine Wahr­schein­lich­keit von 78 % (bei T1a) bzw. 58 % (T1b-T2) als kos­ten­güns­tigs­te Vari­an­te. Die laser­ge­stütz­te tran­so­ra­le Mikro­chir­ur­gie ist nach die­ser Unter­su­chung die kos­ten­güns­ti­ge­re Metho­de zur Behand­lung von Kehl­kopf­krebs im Sta­di­um T1a. Wei­ter­hin unge­klärt sei die Fra­ge der opti­ma­len Stra­te­gie bei Tumo­ren des Sta­di­ums T1b-T2. (am)

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