Uterusprolaps: Metaanalyse zeigt weniger Reoperationen bei Hysterektomie

Durch die Ent­fer­nung der Gebär­mut­ter kann zwar ein erneu­ter Pro­laps nicht ver­hin­dert wer­den, doch die Reope­ra­ti­ons­ra­te fällt gerin­ger aus. Zu die­sem Ergeb­nis kom­men bra­si­lia­ni­sche For­scher um Sofia And­ra­de de Oli­vei­ra von der Uni­ver­si­tät von São Pau­lo.

Sie führ­ten eine Lite­ra­tur­durch­sicht und eine Meta­ana­ly­se von Stu­di­en durch, die gebär­mut­ter­er­hal­ten­de Maß­nah­men mit der Hys­te­rek­to­mie beim Manage­ment des Gebär­mut­ter­pro­lap­ses mit­ein­an­der ver­gli­chen. Die berück­sich­tig­ten Daten­ban­ken waren PubMed, Med­li­ne, SciE­LO und LILACS. Ein­ge­schlos­sen waren Stu­di­en vom Anfang der Daten­bank bis Janu­ar 2017, die ran­do­mi­sier­te kon­trol­lier­te Stu­di­en oder pro­spek­ti­ve Ver­gleichs­stu­di­en mit Beob­ach­tungs­ko­hor­ten waren. Zu den pri­mä­ren Out­co­mes zähl­ten Rezi­div und Reope­ra­ti­ons­ra­ten. Sekun­dä­re Out­co­mes waren Ope­ra­ti­ons­zeit, Blut­ver­lust, Ver­let­zung von Orga­nen, Mikti­ons­stö­run­gen, Dau­er der Kathe­te­ri­sie­rung, Dau­er des Kran­ken­haus­auf­ent­hal­tes, Mesh-Ein­satz, Dys­pa­re­u­nie, bös­ar­ti­ge Neo­pla­si­en und Lebens­qua­li­tät.

Für die Meta­ana­ly­se kamen letzt­end­lich 11 Stu­di­en infra­ge (6 ran­do­mi­sier­te und 5 nicht ran­do­mi­sier­te), mit ins­ge­samt 910 Pati­en­tin­nen (462 mit Gebär­mut­ter­er­halt und 448 mit Hys­te­rek­to­mie). Ver­ei­nig­ten die Stu­di­en­au­to­ren alle Daten unab­hän­gig vom Ope­ra­ti­ons­ver­fah­ren, fan­den sie kei­nen Unter­schied hin­sicht­lich des Wie­der­auf­tre­tens eines Gebär­mut­ter­vor­falls (RR 1,65; 95%-KI 0,88–3,10; p=0,12).

Das Risi­ko für ein Rezi­div nach Hys­te­rek­to­mie war aller­dings gerin­ger, wenn der Ein­griff vagi­nal durch­ge­führt wor­den war und nati­ves Gewe­be ver­wen­det wur­de (RR 10,61; 95%-KI 1,26–88,94; p=0,03). Außer­dem war die Reope­ra­ti­ons­ra­te für jeg­li­chen Pro­laps nach Hys­te­rek­to­mie gerin­ger, ver­gli­chen mit Frau­en, deren Gebär­mut­ter erhal­ten blieb (RR 2,05; 95%-KI 1,13–13,74; p=0,02). Dafür fiel die Ope­ra­ti­ons­zeit bei die­sen Pati­en­tin­nen kür­zer aus (mitt­le­rer Unter­schied -12,43 Minu­ten; 95 %-KI -14,11 bis -10,74; p<0,00001). Auch der Blut­ver­lust war gerin­ger (mitt­le­rer Unter­schied -60,42 ml; 95 %-KI -71,31 bis -49,53 ml; p<0,00001).

Wei­te­re nen­nens­wer­te Unter­schie­de fan­den de Oli­vei­ra und Koau­to­ren hin­ge­gen nicht. Trotz des mög­li­chen Vor­teils einer Hys­te­rek­to­mie hin­sicht­lich der Pro­laps-Reope­ra­ti­ons­ra­te mah­nen die
For­scher zur Vor­sicht: Durch den Ein­satz viel­fäl­ti­ger Ope­ra­ti­ons­tech­ni­ken und die Berück­sich­ti­gung nicht ran­do­mi­sier­ter Stu­di­en sei­en sys­te­ma­ti­sche Feh­ler nicht aus­ge­schlos­sen. 

Auto­ren: de Oli­vei­ra SA et al

Kor­re­spon­denz: Sofia And­ra­de de Oli­vei­ra, Depart­ment of Gyne­co­lo­gy, Federal Uni­ver­si­ty of São Pau­lo, Bra­si­li­en; sofia.​gineco@​gmail.​com

Stu­die: Hys­terop­re­ser­va­ti­on ver­sus hys­terec­to­my in the sur­gi­cal tre­at­ment of ute­ri­ne pro­lap­se: sys­te­ma­tic review and meta-Ana­ly­sis

 

Quelle
Int Urogynecol J 2017;28(11):1617–1630
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