Uvulopalatopharyngoplastik: Inzidenz von Folgeerscheinungen

Ziel einer Unter­su­chung US-ame­ri­ka­ni­scher HNO-Ärz­te war zum einen die Eva­lu­ie­rung der Inzi­denz lang­an­hal­ten­der velo­pha­ryn­gealer Ver­schluss­in­suf­fi­zi­enz (VPI), zum ande­ren die Bestim­mung von Fol­ge­er­schei­nun­gen nach Durch­füh­rung einer klas­si­schen oder einer modi­fi­zier­ten Gau­men­se­gel­ope­ra­ti­on (Uvulo­pa­la­to­pha­ryn­go­plas­tik, UPPP bzw. mUPPP) zur Behand­lung der obstruk­ti­ven Schlaf­apnoe (OSA).

Die Auto­ren führ­ten ein sys­te­ma­ti­sches Review der betref­fen­den Lite­ra­tur durch und hiel­ten sich dabei an den Stan­dard der Leit­li­ni­en gemäß Pre­fer­red Reporting Items for Sys­te­ma­tic Reviews and Meta­ana­ly­ses (PRISMA). Es wur­den nur Ori­gi­nal­stu­di­en inklu­diert, die von Folge­erscheinungen nach UPPP oder mUPPP zur The­ra­pie der OSA berich­ten und ein Fol­low-Up von min­des­tens ein Jahr beinhal­te­ten. Zur Daten­er­fas­sung fan­den linea­re Panel­datenmodelle Anwen­dung.

Die For­scher fan­den 24 geeig­ne­te Stu­di­en, die Fol­ge­er­schei­nun­gen nach UPPP oder mUPPP the­ma­ti­sier­ten. Die Kom­pli­ka­tio­nen umfass­ten VPI (24 Stu­di­en, n = 191), Schluck­be­schwer­den (7 Stu­di­en, n = 83), Geschmacks­stö­run­gen (4 Stu­di­en, n = 10), Stimm­ver­än­de­run­gen (7 Stu­di­en, n = 46), Fremd­kör­per­ge­fühl (9 Stu­di­en, n = 427) sowie Tro­cken­heit des Rachen­raums (7 Stu­di­en, n = 150). Nach Zusam­men­le­gung der Daten erwies sich VPI mit 8,1 Pro­zent in allen Fäl­len als die am sel­tens­ten auf­tre­ten­de Fol­ge­er­schei­nung nach UPPP oder mUPPP. Mit 31,2 Pro­zent tra­ten Fremd­kör­per­ge­füh­le am häu­figs­ten auf, danach folg­ten Schluck­beschwerden (17,7 %), Tro­cken­heit des Rachen­raums (23,4 %), Stimm­ver­än­de­run­gen (9,5 %) und Geschmacks­stö­run­gen (8,2 %).

Aus­sa­gen über die Wirk­sam­keit der UPPP oder mUPPP über einen län­ge­ren Zeit­raum wer­den dadurch erschwert, dass vie­le Stu­di­en ledig­lich ein zeit­lich kur­zes Fol­low-Up beinhal­te­ten. Davon abge­se­hen schei­nen die Lang­zeit­da­ten dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Kom­pli­ka­tio­nen wie VPI häu­fi­ger auf­tre­ten als zuvor berich­tet wur­de. Eine ande­re Fol­ge­er­schei­nung, näm­lich das Fremd­kör­per­ge­fühl, dürf­te nach Dafür­hal­ten der Auto­ren die wohl am ehes­ten zu erwar­ten­de Kom­pli­ka­ti­on nach UPPP-Chir­ur­gie dar­stel­len. (am)

Quelle
Tanget al. Otolaryngol Head Neck Surg. 2017 Apr;156(4):606-610.
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