Verkürzter Versorgungsweg ohne Hörakustik-Meisterbetrieb nicht möglich

Der „ver­kürz­te Ver­sor­gungs­weg” in der Hör­ge­rä­te­ver­sor­gung direkt in der HNO-Pra­xis benö­tigt geschul­tes Pra­xis­per­so­nal und die Zusam­men­ar­beit mit einem Hör­akus­tik-Meis­ter­be­trieb über eine gesi­cher­te Inter­net­ver­bin­dung zur Fein­ein­stel­lung der Hör­ge­rä­te.

Die selbst­stän­di­ge Aus­übung des Hör­akus­tik-Hand­werks durch einen selb­stän­di­gen Gewer­be­trei­ben­den ohne Meis­ter­brief und Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le ist in der HNO-Pra­xis dage­gen recht­lich unzu­läs­sig, urteil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen (Urteil vom 25.04.2017; M 16 K 15.5455). Dar­auf weist die „Qua­li­täts­in­itia­ti­ve Ver­kürz­ter Ver­sor­gungs­weg (QVV)” im Bun­des­ver­band Medi­zin­tech­no­lo­gie (BVMed) hin.

Die Rah­men­be­din­gun­gen zum ver­kürz­ten Ver­sor­gungs­weg und die Ver­trags­mo­da­li­tä­ten sind im SGB V gere­gelt. Unter dem ver­kürz­ten Ver­sor­gungs­weg ver­steht man die arbeits­tei­li­ge Ver­sor­gung von Pati­en­ten mit Hör­sys­te­men direkt in der HNO-Pra­xis. Hier­bei arbei­tet der Hör­akus­tik-Meis­ter­be­trieb Hand in Hand mit dem behan­deln­den HNO-Arzt zusam­men. Seit über 25 Jah­ren hat sich die­ser Weg als Ver­sor­gungs­al­ter­na­ti­ve eta­bliert.

Die QVV-Mit­glie­der im BVMed distan­zie­ren sich von der Ver­fah­rens­wei­se eines Gewer­be­trei­ben­den in Bay­ern, der in HNO-Pra­xen voll­hand­werk­li­che Tätig­kei­ten des Hör­akus­ti­kers ohne ent­spre­chen­den Meis­ter­brief aus­üb­te. Das wur­de vom Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen aus­drück­lich unter­sagt. Erlaubt ist dage­gen, dass  HNO-Ärz­te ihre Pati­en­ten – unter Beach­tung der Wahl­frei­heit – direkt in der Pra­xis arbeits­tei­lig mit Hör­ge­rä­ten ver­sor­gen, soweit die kran­ken­kas­sen­ver­trag­li­chen und hand­werks­recht­li­chen Vor­ga­ben berück­sich­tigt und erfüllt wer­den.

Quelle
BVMed
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