Weltdiabetestag: Auf die Nieren achten!

Die Früh­erken­nung und recht­zei­ti­ge Behand­lung eines Dia­be­tes mel­li­tus ist von gro­ßer Bedeu­tung, um Fol­ge­er­kran­kun­gen an den Nie­ren vor­beu­gen zu kön­nen. Dar­auf weist das KfH Kura­to­ri­um für Dia­ly­se und Nie­ren­trans­plan­ta­ti­on e. V. anläss­lich des Welt­dia­be­tes­ta­ges am 14. Novem­ber hin: Denn Dia­be­tes ist neben Blut­hoch­druck die häu­figs­te Ursa­che für Nie­ren­ver­sa­gen.
 

Auf sie­ben bis acht Pro­zent schätzt die Deut­sche Dia­be­tes Gesell­schaft den Anteil der an Dia­be­tes erkrank­ten erwach­se­nen Men­schen in Deutsch­land; das sind über sechs Mil­lio­nen Men­schen und rund 300.000  kom­men jähr­lich neu hin­zu. „Zusätz­lich sind wei­te­re rund zwei Mil­lio­nen Men­schen eben­falls erkrankt, wis­sen es aber nicht“, warnt Pro­fes­sor Dr. med. Die­ter Bach, KfH-Vor­stands­vor­sit­zen­der. Als Nephrolo­ge und Dia­be­to­lo­ge weiß er um die Fol­gen eines zu spät erkann­ten bzw. behan­del­ten Dia­be­tes: „Bei etwa 30 bis 40 Pro­zent der Dia­be­tes­pa­ti­en­ten ent­wi­ckeln sich Nie­ren­schä­di­gun­gen, auch dia­be­ti­sche Nephro­pa­thie genannt. Des­halb ist das recht­zei­ti­ge Erken­nen und das früh­zei­ti­ge Behan­deln von Dia­be­tes für die Gesund­heit der Nie­ren so wich­tig.“
 
Wie ent­steht Dia­be­tes mel­li­tus?
Dia­be­tes ent­steht ent­we­der, weil die Bauch­spei­chel­drü­se nicht genug Insu­lin pro­du­ziert, oder weil der Kör­per nicht genug auf Insu­lin anspricht. Bei­des ver­ur­sacht eine dau­er­haf­te Stei­ge­rung des Blut­zu­ckers, die lan­ge Zeit kaum Beschwer­den ver­ur­sacht. Sehr oft sind es daher erst die Fol­ge­er­kran­kun­gen an ande­ren Orga­nen – wie auch den Nie­ren – die zum Arzt füh­ren.
 
Wie kommt es zu einer Nie­ren­schä­di­gung durch Dia­be­tes?
Ein dau­er­haft zu hoher Zucker­ge­halt im Blut belas­tet die haar­fei­nen Gefä­ße in den Nie­ren­kör­per­chen so stark, dass sie dau­er­haft geschä­digt wer­den und die Nie­ren dann in der Fol­ge ihre Funk­ti­on ein­stel­len. Aller­dings ent­wi­ckelt sich eine dia­be­ti­sche Nie­ren­er­kran­kung über Jah­re, man spricht hier von 5 Sta­di­en. Je frü­her Dia­be­tes erkannt wird und eine ent­spre­chen­de The­ra­pie erfolgt, des­to bes­ser las­sen sich schwer­wie­gen­de Fol­gen abwen­den oder zumin­dest hin­aus­zö­gern.
 
 
Wie bemerkt man eine dia­be­ti­sche Schä­di­gung der Nie­ren?
Das ers­te Anzei­chen für eine Nie­ren­schä­di­gung durch den Dia­be­tes ist eine gering ver­mehr­te Aus­schei­dung von Eiweiß im Urin. Je nach­dem wie früh die Erkran­kung erkannt, wie kon­se­quent sie dann behan­delt und die Lebens­füh­rung ent­spre­chend ange­passt wird, kann das 5 bis 20 Jah­re nach Krank­heits­be­ginn auf­tre­ten. Zu die­sem Zeit­punkt funk­tio­niert die Ent­gif­tungs­funk­ti­on der Nie­ren noch nor­mal. Falls kei­ne kon­se­quen­te The­ra­pie erfolgt, lässt im wei­te­ren Ver­lauf die Ent­gif­tungs­funk­ti­on der Nie­ren nach und es kommt zum Nie­ren­ver­sa­gen. Der Pati­ent benö­tigt dann eine Nie­ren­er­satz­the­ra­pie, also eine Dia­ly­se­be­hand­lung oder Nie­ren­trans­plan­ta­ti­on.
 
Was kön­nen Dia­be­ti­ker tun, um eine Schä­di­gung der Nie­ren zu ver­hin­dern?
Zunächst ein­mal ist eine gute Blut­zu­cker­ein­stel­lung wich­tig, denn Sie trägt viel dazu bei, Nie­ren­schä­den zu ver­hin­dern oder deren Ver­schlech­te­rung vor­zu­beu­gen. Wer an Dia­be­tes erkrankt ist, soll­te des­halb neben der kon­se­quen­ten Behand­lung des Dia­be­tes bei sei­nem Arzt auch regel­mä­ßig den Urin auf Eiweiß tes­ten und dar­über hin­aus die Nie­ren­wer­te im Blut mes­sen las­sen. Und der Blut­druck hat eben­falls Ein­fluss dar­auf, wie schnell sich ein dia­be­ti­scher Nie­ren­scha­den ent­wi­ckeln kann. Das bedeu­tet, je bes­ser der Blut­druck ein­ge­stellt ist, des­to mehr wer­den auch die Nie­ren ent­las­tet. Eine gesun­de und acht­sa­me Lebens­füh­rung wirkt sich zudem immer posi­tiv auf die (Nie­ren-) Gesund­heit aus.
Quelle
KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.
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