Weltkrebstag am 4. Februar: Auf Immuntherapie liegen im Kampf gegen Krebs die größten Hoffnungen

Die Medi­zin ist wie­der ein Stück bes­ser gewor­den. Und wenn jeder Ein­zel­ne noch ein Stück bes­ser wird und die Zusam­men­ar­beit stimmt, kom­men Medi­zi­ner, Wis­sen­schaft­ler und Betrof­fe­ne gemein­sam im Kampf gegen den Krebs vor­an“, sagt Prof. Dr. Flo­ri­an Lor­dick, Direk­tor des Uni­ver­si­tä­ren Krebs­zen­trums Leip­zig (UCCL), mit Blick auf den Welt­krebs­tag am 4. Febru­ar.

Lei­der sei­en bös­ar­ti­ge Tumor­er­kran­kun­gen wei­ter­hin – nach den Herz-Kreis­lauf­er­kran­kun­gen – die zweit­häu­figs­ten schwe­ren und töd­lich ver­lau­fen­den Krank­hei­ten. Jedes Jahr wer­de in Deutsch­land bei einer hal­ben Mil­li­on Men­schen Krebs neu dia­gnos­ti­ziert, so der Leip­zi­ger Onko­lo­ge. „Aber die Erfor­schung der Krebs­er­kran­kun­gen macht gro­ße Fort­schrit­te. Und das ist unglaub­lich wich­tig. Denn wir müs­sen ver­ste­hen, wie und wodurch Krebs ent­steht und wächst – dann hat man auch Lösungs­an­sät­ze, ihn erfolg­reich zu bekämp­fen.“ Zudem kön­nen eini­ge der häu­figs­ten Krebs­er­kran­kun­gen, wie Brust- oder Darm­krebs, heu­te viel frü­her erkannt wer­den, wodurch die Krank­heit eher bekämpft wer­den kann, wodurch wie­der­um die Über­le­bens­chan­cen grö­ßer wer­den. Schon heu­te kön­nen weit mehr als die Hälf­te der Pati­en­ten mit Krebs geheilt wer­den.

Wie der Krebs­ex­per­te wei­ter sagt, hat sich die Qua­li­tät in der Ver­sor­gung der Krebs­pa­ti­en­ten deut­lich ver­bes­sert. Grün­de dafür sind: Die medi­zi­ni­schen Fach­dis­zi­pli­nen arbei­ten immer enger zusam­men. Es wur­den die bes­ten Metho­den und Mit­tel in der Krebs­be­hand­lung erforscht und fest­ge­legt, die in kla­ren, ver­bind­li­chen Leit­li­ni­en mün­de­ten. Es gibt gro­ße tech­no­lo­gi­sche Fort­schrit­te, wie prä­zi­se­re Ope­ra­tio­nen, scho­nen­de­re Bestrah­lung sowie neue und bes­ser wirk­sa­me Medi­ka­men­te. „Unse­re größ­ten Hoff­nungs­trä­ger heu­te sind Immun­the­ra­peu­ti­ka, also Medi­ka­men­te, die die Selbst­hei­lungs­kräf­te des Kör­pers stär­ken oder sogar gene­tisch ver­än­der­te kör­per­ei­ge­ne Immun­zel­len, die in den Kör­per zurück­ge­führt wer­den“, so Prof. Lor­dick.

Die­se Ent­wick­lung, die frei­lich noch stark an For­schung und Stu­di­en gebun­den ist, wird am uni­ver­si­tä­ren Stand­ort Leip­zig vor­an­ge­trie­ben durch eine neu ein­ge­rich­te­te Pro­fes­sur für Immu­n­on­ko­lo­gie. Mit der Beru­fung von Prof. Dr. Ulri­ke Köhl, einer Spe­zia­lis­tin für zel­lu­lä­re Immun­the­ra­peu­ti­ka, wird die krebs­me­di­zi­ni­sche Exper­ti­se der Leip­zi­ger Uni­ver­si­täts­me­di­zin ver­stärkt.

Zum Welt­krebs­tag betont der Direk­tor des UCCL, dass jeder Ein­zel­ne die Chan­ce hat, mit gesund­heits­be­wuss­tem Ver­hal­ten Krebs­er­kran­kun­gen zu ver­mei­den. „Wir ken­nen die Haupt­ri­si­ken. Des­halb emp­feh­le ich drin­gend, aufs Rau­chen zu ver­zich­ten, immer schön in Bewe­gung zu blei­ben, sich aus­ge­wo­gen zu ernäh­ren, Alko­hol nur in Maßen zu genie­ßen und das Nor­mal­ge­wicht zu hal­ten. Zudem gibt es schon eine Imp­fung gegen eine der gefähr­lichs­ten Krebs­er­kran­kun­gen: Die HPV-Imp­fung hilft her­an­wach­sen­den Frau­en, das Risi­ko für Gebär­mut­ter­hals­krebs zu ver­rin­gern.“

 

 

Quelle
Universitätsklinikum Leipzig (UKL)
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