1000. Patient in deutschlandweites Kopfschmerzregister eingeschlossen

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Wo bestehen Lücken bei der medizinischen Versorgung von Kopfschmerzen? Das Kopfschmerzregister der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) hat sich die Klärung dieser Frage zum Ziel gesetzt. Langfristig soll dadurch auch die Behandlung verbessert werden.

Am 23.11.2021 wurde laut Angaben der DMKG der 1000. Patient in das deutschlandweite Kopfschmerzregister eingeschlossen. Das Kopfschmerzregister ist beim Deutschen Register Klinischer Studien registriert (DRKS00021081). Es ist im Juni 2020 an einigen spezialisierten Zentren gestartet und wurde inzwischen auf 18 Zentren ausgeweitet.  Das Feedback von Patienten und Behandlern sei sehr positiv, teilt die Kopfschmerzgesellschaft aktuell mit. Das System sei einfach zu nutzen, funktioniere technisch zuverlässig und würde lästigen Papierkram vermeiden. Mit 1000 Patienten stehe jetzt eine Datenbasis zur Verfügung, aus der bereits erste Fragestellungen beantwortet werden konnten. So seien erste Ergebnisse im Oktober 2021 auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim präsentiert worden.

Persönliche Kopfschmerzdokumentation

Das Kopfschmerzregister unterstützt Betroffene bei der Dokumentation ihrer Kopfschmerzen und bietet die Möglichkeit, diese mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu teilen, wie die Kopfschmerzgesellschaft erläutert. Die DMKG-App fragt als digitaler Kopfschmerzkalender täglich das Auftreten von Kopfschmerzen ab. Im Patientenportal werden die wichtigsten Informationen zu den Kopfschmerzen erfasst, wie Kopfschmerzhäufigkeit und -stärke, Medikation, bisherige Diagnostik und Vorerkrankungen. Diese Informationen können bereits vor dem Arzttermin eingegeben und dann dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zur Verfügung gestellt werden. Dadurch würde beim Arzttermin mehr Zeit für die persönliche Beratung bleiben, hebt die DMKG den Vorteil der Dokumentation hervor.

Beitrag zur Kopfschmerzforschung

Im Register werden anschließend von ärztlicher Seite noch einige Informationen ergänzt, z.B. die Kopfschmerzdiagnose. „Auf diese Weise wird gleichzeitig eine Datenbank aufgebaut, die in anonymisierter Form für wissenschaftliche Auswertungen genutzt wird“, erklärt die DMKG. So könne man unter anderem herausfinden, welche Kopfschmerzmedikamente aus Sicht der Patientinnen und Patienten am besten wirksam und verträglich sind, und wie diese sich einerseits auf die Kopfschmerzhäufigkeit, andererseits auf die Lebensqualität auswirken.