11. World Health Summit: Klare Aufgabenstellungen für die internationale Politik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim 11. World Health Summit in Berlin. Foto: © World Health Summit

Insgesamt 2500 Teilnehmer aus rund 100 Ländern hatten am 11. World Health Summit am 27. und 29. Oktober in Berlin teilgenommen. Die Global Health Konferenz endete mit klaren Aufgabenstellungen für die internationale Politik. Drei Tage lang hatten über 300 Sprecher in 50 Sessions ihre Strategien für die weltweite Gesundheitsversorgung präsentiert und zu gemeinsamen Lösungen aufgerufen.

“Gesundheit ist ein Menschenrecht, das durch politischen Willen verwirklicht werden muss“, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Wir erleben beispielloses politisches Engagement für die Gesundheit. Es gab noch nie eine bessere Gelegenheit für Zusammenarbeit, um die Gesundheit von Milliarden von Menschen zu verbessern.“

Der Präsident des World Health Summit, Detlev Ganten, mahnte zu mehr Geschlossenheit, denn die Zeit der nationalen Alleingänge sei endgültig vorbei, man müsse gemeinsam handeln, über alle Grenzen hinweg, das gelte nicht nur für staatliche: „Gesundheitsaspekte müssen in alle Politikbereiche. Nur mit einer wirklichen Zusammenarbeit und einer gesundheitsfördernden Politik können wir unser Ziel ´Gesundheit für alle` erreichen.“
Diese Forderungen sind auch Kern der Abschlusserklärung des World Health Summit.

Die M8 Alliance des World Health Summit, ein Zusammenschluss aus 28 Akademischen Gesundheitszentren und Universitäten in 19 Ländern und den wissenschaftlichen Nationalakademien in 130 Ländern, fordert Politiker und Regierungen auf, wissenschaftliche Erkenntnisse miteinzubeziehen. Zudem müssten alle Beteiligten über nationale Grenzen und Sektoren hinweg zusammenarbeiten: Nur so können eine gesündere und sicherere Welt gewährleistet und die Ziele für nachhaltige Entwicklung erreicht werden.

Die zentralen Punkte der M8 Declaration*:
– Der Klimawandel ist eines der bestimmenden Themen unserer Zeit. Es ist zudem eine der größten Gesundheitsbedrohungen der Welt. Die Gesundheit der Menschen ist direkt vom Klimawandel betroffen.

– Universal Health Coverage ist der Schlüssel, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Derzeit aber erhalten mindestens die Hälfte der Menschen auf der Welt nicht die Gesundheitsleistungen, die sie benötigen.

– Die digitale Transformation verändert die Gesundheitsversorgung grundlegend und rasant. Digitale Technologien werden in alle Bereiche von Gesundheit und Pflege Einzug halten. Aber es gibt große Ungleichheiten zwischen Ländern und Bevölkerungsgruppen.

Im kommenden Jahr (April 2020) wird der World Health Summit sein erstes Regional Meeting in Afrika ausrichten. Gastgeber: Die Universität Makerere in Ugandas Hauptstadt Kampala.
„Wir freuen uns sehr, das erste Regional Meeting auf afrikanischem Boden überhaupt ausrichten zu dürfen. Ich bin sicher, dass wir mit diesem Treffen unserem Ziel, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen und Afrika in diesem Bereich voranzubringen, einen großen Schritt näher kommen“, so Charles Ibingira, Rektor des University College of Health Sciences der Universität Makerere und Internationaler Präsident des World Health Summit 2020.

Der World Health Summit wurde 2009 an der Charité gegründet und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, des Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, sowie des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Der World Health Summit 2020 findet vom 25. bis 27. Oktober 2020 in Berlin statt.

*Link zur M8 Alliance Declaration: https://www.worldhealthsummit.org/fileadmin/user_upload/downloads/2019/Berlin_October/Documents/M8_Alliance_Statement_WHS_2019_Berlin.pdf

Quelle: World Health Summit