116. DOG-Kongress: Bilanz gezogen2. Oktober 2018 Strich drunter: Die DOG hat eine erste Bilanz des 116. Kongresses gezogen. Bild: © Fiedels – Fotolia.com Künstliche Intelligenz, elektronische Vernetzung und Patienten-Apps werden die Augenheilkunde künftig in Diagnostik und Therapie weiterentwickeln. Das ist die zentrale Botschaft der DOG 2018, die am Sonntag unter dem Motto „Ophthalmologie 4.0“ zu Ende ging. Der Kongress fand erstmals in Bonn statt. Mehr als 4350 Teilnehmer kamen ins World Conference Center, davon 2700 Fachteilnehmer. Zu den Highlights zählte neben den international besetzten Keynote Lectures der „Digital Sunday“, der sich ausschließlich dem Thema Big Data widmete. Die Augenheilkunde ist Vorreiter in der digitalen Medizin. Als ein Fach, das mit einer immer präziser werdenden Bildgebung arbeitet, bringt es ideale Voraussetzungen mit, um Digitalisierung, Vernetzung und Big Data voranzutreiben. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) will diesen Prozess aktiv mitgestalten. „Deshalb bauen wir derzeit ein zentrales Register auf, in das niedergelassene wie klinisch tätige Augenärzte pseudonymisierte Patientendaten eingeben können“, berichtete DOG-Präsidentin Prof. Nicole Eter. Die Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster verspricht sich von einer solchen Datenbank Fortschritte in Diagnostik und Therapie: „Wir werden Augenerkrankungen besser verstehen und früher erkennen können.“ Schon heute können Augenärzte dank digitaler Bildgebung immer feinere Strukturen darstellen. „Wir erzielen beste Resultate bei Blutgefäßen oder Sehnerven“, sagt die DOG-Präsidentin. Künstliche Intelligenz kann bei der Auswertung dieser Bilddaten und damit bei der Diagnostik helfen. „Erste Anwendungen zeigen, dass Algorithmen ähnlich niedrige Fehlerquoten bei der Befundung wie erfahrene Kollegen erreichen“, so Eter. Das entlaste Ärzte und verschaffe ihnen mehr Zeit für die Betreuung der Patienten. Keynote Lectures Neben Vernetzung, Datenschutz, Telemedizin, Apps und Künstliche Intelligenz diskutierten die DOG-Experten auch über Themen wie neue Biomaterialien, Fortschritte bei individuellen Kunstlinsen und minimalinvasive Augenchirurgie. Diese Schwerpunkte spiegelten sich auch in den Keynote Lectures: Über neue Schnitt-Techniken in der minimalinvasiven Strabismus-Chirurgie berichtete Prof. Daniel Mojon (Heiden/CH). Prof. George Williams gab Einblicke in das IRIS-Register, einer zentralen Datenbank für Augenerkrankungen in den USA, wie sie die DOG aufbauen will. Prof. Pearse Keane, London, zeigte Möglichkeiten auf, die Deep Learning und Künstliche Intelligenz der Ophthalmologie eröffnen können. 1152 wissenschaftliche Beiträge Insgesamt konnten die Augenärzte 1152 wissenschaftliche Beiträge verfolgen und 259 Sitzungen besuchen – verteilt auf 53 Symposien, zehn Updates, 24 freie Vortragssitzungen, 38 Kurse, 35 Postersitzungen, 18 Workshops und drei Keynote Lectures. In der Industrieausstellung* präsentierten 118 Aussteller auf 2300 Quadratmetern Nettofläche innovative Produkte, zudem fanden 31 Firmenveranstaltungen statt. Einen Ausgleich zur Wissenschaft bot wieder das Kongress-Rahmenprogramm*. So spielten Ophthalmologen beim Benefizkonzert „DOG in Concert“ im voll besetzten Beethoven Haus Bonn klassische Meisterwerke zugunsten der Stiftung Auge. Der traditionelle Benefizlauf „Eye Run“ der Stiftung Auge führte in diesem Jahr am Rhein entlang. Prof. Cursiefen neuer DOG-Präsident Im kommenden Jahr findet die DOG 2019 unter der Präsidentschaft von Prof. Claus Cursiefen statt, dann wieder in Berlin. Der Direktor der Universitäts-Augenklinik Köln stellt den nächsten Kongress unter das Motto „Augenheilkunde: unser Fach mit Zukunft“. Erster Vizepräsident und damit Kongresspräsident 2020 wird Prof. Hans Hoerauf, Direktor der Universitäts-Augenklinik Göttingen. Prof. Nicole Eter ist aus dem Amt der Präsidentin ausgeschieden und nunmehr 2. Vizepräsidentin. Wahlen zum DOG-Gesamtpräsidium Auf der DOG 2018 wurden in Bonn zudem turnusmäßig Mitglieder des Gesamtpräsidiums gewählt beziehungsweise bestätigt. Dem Leitungsgremium gehören unter anderem neu an: Prof. Michael Schnittkowski aus Göttingen als Delegierter der Bielschowsky Gesellschaft, Prof. Arnd Heiligenhaus aus Münster als Vertreter der Sektion DOG-Uveitis und Dr. Sven Schnichels aus Tübingen als Vertreter der AG Young DOG. Wiedergewählt wurden unter anderem Prof. Thomas Reinhard aus Freiburg im Amt des Generalsekretärs, Prof. Thomas Kohnen aus Frankfurt/M. im Amt des Schriftführers, Prof. Carl Erb aus Berlin als Vertreter der Sektion DOG-Glaukom, Prof. Berthold Seitz aus Homburg/Saar als Vertreter der Sektion DOG-Kornea, Prof. Klaus Rüther aus Berlin als Vertreter der Sektion DOG-Neuro-Ophthalmologie und Prof. Elisabeth Messmer aus München als Vertreterin der Sektion DOG-Ophthalmopathologie. *Anm. d. DOG: Industrieausstellung und kostenpflichtiges Rahmenprogramm sind Veranstaltungen der Interplan Congress, Meeting & Event Management AG München, nicht der DOG e.V. Quelle: DOG
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