12. Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose verliehen10. November 2021 Für das Kuratorium gratulierte Prof. Sven G. Meuth, Münster (l.) Herrn Dr. Sebastian Torke, Göttingen, und Dr. Barbara Gisevius, Bochum; ebenso die Vertreterinnen des Unternehmens Novartis Dr. Eileen Schormann, Medical Scientific Liaison Manager (2.v.l.), und Vera Giraud (2.v.r.), Medical Scientific Liaison Manager. (Foto: Novartis Pharma GmbH) Zum zwölften Mal hat die Novartis Pharma GmbH auf dem diesjährigen DGN-Kongress den Oppenheim- Förderpreis für Multiple Sklerose verliehen. Ausgezeichnet wurden in der Kategorie „Präklinik“ Dr. Sebastian Torke, Göttingen, sowie in der Kategorie „Klinik“ Dr. Barbara Gisevius, Bochum, mit jeweils 50.000 Euro. Der Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich im Bereich der Multiplen Sklerose (MS) und thematisch angrenzender Disziplinen engagieren. “Da Wissenschaft Zeit benötigt, ist es uns ein großes Anliegen, schon früh die Arbeit junger Forschender zu unterstützen und die Disziplin auf wissenschaftlicher Seite – vor allem aber für die Betroffenen – voranzubringen“, sagte Dr. André Schmidt, Medizinischer Direktor Novartis Pharma, bei der Preisverleihung. Dr. Sebastian Torke vergleicht in seinem präklinischen Projekt verschiedene Brutontyrosinkinase-(BTK)-Inhibitoren mit Fokus auf deren Wirksamkeit, Selektivität und Hirngängigkeit hinsichtlich ihrer Eignung zur Behandlung entzündlicher ZNS-Erkrankungen. BTK ist ein Enzym, das im Prozess der Reifung von B-Zellen sowie bei Makrophagen und Mikroglia involviert ist und so eine zentrale Rolle in frühen als auch späteren Stadien der MS spielt. Dies legt den Schluss nahe, dass eine BTK-Hemmung den Verlauf entzündlicher Erkrankungen des ZNS beeinflussen könnte. In der Studie vergleicht Torke die Wirkung auf B-Zellen, Makrophagen und Mikroglia in Menschen und Mäusen, dann die möglichen Off-Target-Effekte in relevanten Konzentrationen auf T-Zellen und in BTK-unabhängigen Signalwegen sowie die Hirngängigkeit und die Anhäufung der drei Inhibitoren bei Mäusen mit intakter oder gestörter Blut-Hirn-Schranke. Das gewonnene Wissen soll dazu beitragen, die therapeutischen Möglichkeiten der Substanzen zu bewerten und ihre Bedeutung bei progressiven Formen der MS zu untermauern. Wie wirken DMTs auf das Mikrobiom? Die Wirkung krankheitsmodifizierender Therapien (DMT) und der Fettsäure Propionsäure auf das Darmmikrobiom und deren Rolle in der Bekämpfung entzündlicher neurodegenerativer Erkrankungen stehen im Fokus des klinischen Projekts von Dr. Barbara Gisevius. Die Bedeutung des Darmmikrobioms bei Autoimmun- sowie neurodegenerativen Erkrankungen wird viel diskutiert; so wurde bei der MS ein Ungleichgewicht der Darmflora festgestellt. Auch die Therapien, die bei der MS zum Einsatz kommen, wirken sich auf die Darmflora aus. Wechselwirkungen zwischen dem Darmmikrobiom und dem Immunsystem, u. a. durch bakterielle Metaboliten, werden intensiv erforscht. Bei Patienten mit MS konnte gezeigt werden, dass die Einnahme der kurzkettigen Fettsäure Propionsäure die Bildung regulatorischer Immunzellen fördert und damit MS-bedingte Entzündungsreaktionen unterdrückt werden können. Ziel des Projekts ist es, potenziell agonistische Behandlungsansätze von DMT und Propionsäure zu identifizieren. Dazu werden MS-Patienten gemäß DMT in fünf Gruppen eingeteilt. Gisevius geht unter anderem den Fragen nach, wie DMTs das Mikrobiom verändern und ob/wie eine kombinierte Gabe mit Propionsäure die Zusammensetzung der Immunzellen bei MS-Patienten verändert. Zukünftig könnte sich daraus eine Verwendung des Mikrobioms und des Metaboloms als patientenindividuelle Biomarker ergeben. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury waren die klinisch fundierten Vorarbeiten sowie die Ko-Autorinnenschaft eines “exzellenten Papers in der Zeitschrift Cell 2020”. Die Resultate könnten auch die Erkenntnisse weiterer neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson oder ALS beeinflussen, ist die Jury überzeugt.
Mehr erfahren zu: "Alzheimer-Medikament zeigt Wirkung gegen Sichelzellanämie" Weiterlesen nach Anmeldung Alzheimer-Medikament zeigt Wirkung gegen Sichelzellanämie Ein seit Langem zugelassenes, kostengünstiges Alzheimer-Medikament könnte künftig auch Patienten mit Sichelzellanämie helfen. Erste klinische Daten einer internationalen Forschungsgruppe unter der Leitung der Universität Zürich (UZH) zeigen, dass der Wirkstoff […]
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.