8. November 2017 Foto: © zinkevych – fotolia.com In einer großen nationalen Studie haben Wissenschaftler aus Neuseeland und Australien nach eigener Aussage erstmals nachgewiesen, dass es bei alten und funktional eingeschränkten Menschen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Stuhlinkontinenz und Mortalität gibt. Diese Erkenntnis, so meinen die Studienautoren, könne dazu beitragen, die Versorgung immer komplexer werdender älterer Populationen zu verbessern. Die Forscher hatten eine große Gruppe von Senioren in Neuseeland untersucht und dabei die Inzidenz getrennt und parallel auftretender Stuhl- und Harninkontinenz und deren Zusammenhang mit der Mortalität ermittelt. Die Untersuchung bestand aus einer retrospektiven Analyse von Daten (international standardized geriatric assessment-home care [InterRAI-HC]) zu selbstständig lebenden Personen im Alter von mindestens 65 Jahren, die besondere Bedürfnisse hatten und bei denen in Erwägung gezogen wurde, sie in eine stationäre Pflege zu überführen. Dabei wurden die analysierten Daten hinsichtlich demografischer Aspekte und 25 weiteren Einflussfaktoren adjustiert. Die Mortalität bildete den Hauptendpunkt der Untersuchung. Die Gesamtkohorte bestand aus 41.932 Personen. Es zeigte sich, dass sowohl Stuhl- als auch Harninkontinenz mit der Mortalität assoziiert waren (p<0,001) und dass das Mortalitätsrisiko mit steigender Inkontinenzhäufigkeit zunahm. Nach Adjustierung blieb der signifikante Zusammenhang der Stuhlinkontinenz mit dem Überleben bestehen (p<0,001), während diese bei der Harninkontinenz nicht der Fall war (p=0,31). Eine vermehrte Häufigkeit von Stuhlinkontinenz war mit einer erhöhten Mortalitätswahrscheinlichkeit assoziiert; die Hazard Ratio lag bei 1,28.
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