1,7 Millionen Euro für Bonner Alzheimer-Forscher23. Januar 2020 Unter dem Mikroskop: Mikroglia (gründ) und Nervenzellen mit Synapsen (magenta) (Bild: DZNE/Felix Nebeling) Der Neurowissenschaftler Dr. Martin Fuhrmann vom DZNE erhält einen mit 1,7 Millionen Euro dotierten „Consolidator Grant“ des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit den Fördermitteln will Fuhrmann untersuchen, wie Immunzellen des Gehirns dazu beitragen können, neue Nervenzellverbindungen zu bilden. Im Gehirn gibt es nicht nur Nervenzellen, sondern auch Immunzellen. Diese schützen das Gehirn vor Krankheitserregern. Bisherige Forschungen zeigen, dass sie auch auf Nervenzellen einwirken: Mikroglia können die Verbindungen von Nervenzellen trennen. Dies passiert wahrscheinlich auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz. Fuhrmann hat nun erste Hinweise entdeckt, dass Mikroglia nicht nur Synapsen trennen, sondern auch beim Aufbau neuer Synapsen beteiligt sind. „Dies würde bedeuten, dass den Mikroglia eine fundamentale Rolle beim Aufbau von Synapsen zufallen würde“, sagt er. Im Projekt „MicroSynCom“ („Microglia Synapse Communication“) will Fuhrmann mit seinem Team anhand von Laborexperimenten die zugrunde liegenden Mechanismen der Neubildung von Synapsen durch Mikroglia untersuchen. Für das Forschungsvorhaben wird unter anderem ein sogenanntes 2-Photonen-STED-Mikroskop angeschafft, mit dem besonders präzise Messungen im Nanometerbereich möglich sind. „Es handelt sich um ein Pionierprojekt, denn wir betreten absolutes Neuland. Die Mikroglia als Mediatoren von neuer Synapsenbildung wurden bisher erst ansatzweise untersucht“, so Fuhrmann. „Wenn wir verstehen, wie wir mithilfe von Mikroglia die Neubildung von Nervenzellverbindungen anregen können, dann kann dies zukünftig möglicherweise benutzt werden, um neurodegenerative Erkrankungen, bei denen es häufig zu Synapsenverlust kommt, zu behandeln.“
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