25 Jahre Cochlea-Implantation in Magdeburg7. November 2017 Foto: Klinikdirektor Prof. Dr. Christoph Arens und Dr. Marja Loderstedt zusammen mit einerkleinen Patientin bei einer Nachuntersuchung Foto: ©HNO-Uniklinik, Magdeburg Die Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Magdeburg führt seit 25 Jahren Cochlea-Implantat-Operationen durch – Anlass für ein Symposium am 11. November 2017. Mittlerweile sind über 500 Patienten versorgt worden. Dabei spielt die Versorgung älterer Erwachsener mit hochgradiger oder an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit, bei denen mit einem Hörgerät kein ausreichendes Sprachverstehen mehr erreicht werden kann, eine immer größere Rolle. „Hören ist eine wesentliche Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nicht zu hören, isoliert den Menschen von der Umwelt, da er sich an Gesprächen nicht mehr beteiligen kann. Daher ist es von großer Bedeutung, Menschen mit Hörproblemen das Hören wieder zu ermöglichen“, betont Prof. Dr. Christoph Arens, Direktor der HNO-Universitätsklinik. Grund für den Hörverlust ist in den allermeisten Fällen der Ausfall unserer Sinneszellen in der Hörschnecke. Hier steht mit dem Cochlea Implantat eine Technik zur Verfügung, diesen Ausfall vollständig zu kompensieren. Denn nach Umwandlung der akustischen Signale in elektrische Signale kann der Hörnerv über die Innenohrprothese stimuliert und ein Höreindruck erreicht werden. Prof. Arens: „Operiert werden an unserer HNO-Klinik Patienten jeder Altersklasse. Dazu gehören gehörlos geborene Kinder, bereits vor dem ersten Geburtstag, sowie Erwachsene im hohen Alter, die entsprechende körperliche und seelische Gesundheit natürlich vorausgesetzt. Sinnvoll ist eine Operation auch bei einer einseitigen Ertaubung durch einen Hörsturz, eine Ohroperation in der Vergangenheit oder einen Unfall, wenn die Gegenseite völlig normal hört.“ Auch bei Ertaubung nach einer Meningitis, einer Hirnhautentzündung, kommt eine CI-Versorgung in Frage. Durch das Neugeborenen-Hörscreening werden Kinder heute schon sehr früh diagnostiziert. Dies ist umso wichtiger, da Kindern nur eine begrenzte Zeit für den Spracherwerb zur Verfügung steht und Hörstörungen zwingend frühzeitig therapiert werden müssen, um eine normale Entwicklung des Kindes zu ermöglichen. Nach der Operation ist immer auch eine intensive Hör- und Sprachtherapie unverzichtbar.
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