3 von 100 Personen haben in Hannover Borreliose-Antikörper20. Dezember 2022 Bild: © Lutz Peter – pixabay.com Ein Forscher-Team des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung hat die Präsenz von Borreliose-Antikörpern in der Region Hannover untersucht und dabei festgestellt, dass sich bei drei von 100 Personen eine immunologische Reaktion auf eine Borrelien-Infektion nachweisen lässt. Angesichts der Tatsache, dass Hannover im europäischen Vergleich einen hohen Anteil mit Borrelien infizierter Zecken aufweist und der Klimawandel die Ausbreitung und Dichte von Zecken begünstigen kann, ist es wichtig, eine Datengrundlage zu haben, auf die zukünftig zurückgegriffen werden kann. „Anhand von 8.009 Blutseren aus dem Studienzentrum Hannover der NAKO Gesundheitsstudie haben wir den Antikörperstatus bestimmt“, so Max Hassenstein, Doktorand der Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). Von den Proben konnten 3,1% als sero-positiv für IgG-Antikörper klassifiziert werden. Bezieht man dies Ergebnis auf die Allgemeinbevölkerung in der Region Hannover, bedeutet dies, dass drei von 100 Personen (3.0%) von einer Zecke gestochen, in Folge mit Borrelien infiziert wurden und zum Zeitpunkt der Blutentnahme (2014-2018) Antikörper bestimmbar waren. „Ein negativer Nachweis bedeutet allerdings nicht, dass die Person noch nie infiziert wurde, da Antikörper teilweise zeitlich begrenzt nachweisbar sind.“, erklärt der Wissenschaftler. Wenn diese Werte mit denen aus älteren serologischen Untersuchungen zur Lyme-Borreliose verglichen werden, ergibt sich ein konstanter Anteil Antikörper-positiven („sero-positiver“) Personen in der Bevölkerung. Die ermittelten Daten haben langfristig eine hohe Relevanz für die Überwachung des Infektionsgeschehens. Aus der Studie geht weiter hervor, dass zunehmendes Alter und männliches Geschlecht mit einer höheren Chance für einen positiven Antikörpernachweis einhergehen. „Zum ersten Mal konnten wir aber einen Zusammenhang zwischen depressiver Symptomatik sowie dem Körpermasseindex (BMI) mit dem Antikörpernachweis zeigen“, berichtet Hassenstein.
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