Damit beim Sport nichts ins Auge geht19. April 2018 Symbolbild Ballsport. Foto: © contrastwerkstatt – Fotolia.com Sportler profitieren von guter Sicht – und damit die erhalten bleibt, rät Dr. Dieter Schnell vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) zu fachkundig angepassten Sehhilfen und Schutzbrillen, die für die jeweilige Sportart geeignet sind. 90 Prozent der Augenverletzungen im Sport, so der BVA, ließen sich vermeiden, wenn die Sportler ihre Augen schützen würden. Als Leiter des Ressorts Sportophthalmologie im BVA erläutert Schnell, bei welchen Sportarten der Augenschutz besonders wichtig ist: „Etwa 70 Prozent der Augenverletzungen entstehen in Sportarten, bei denen ein Gegenstand wie ein Ball oder ein Puck bewegt wird.“ Vor allem das Tempo, mit dem sie unterwegs seien, und die Distanz, aus der heraus das Auge getroffen werde, seien ausschlaggebend dafür, wie stark das Auge geschädigt werde. “Golfbälle erreichen kurz nach dem Abschlag Geschwindigkeiten bis 300 km/h, Squash- und Tennisbälle über 250 km/h, Federbälle immer noch über 200 km/h”, betont Schnell. Hand- und Fußbälle seien etwas langsamer. So gehörten Squash und Badminton, aber auch Eishockey zu den Sportarten, bei denen Schutzbrillen oder Gesichtsvollmasken dringend zu empfehlen seien. Aber auch wenn ein (größerer) Hand-, Fuß- oder Basketball das Auge treffe, könne es zu schweren Verletzungen kommen. Deshalb empfiehlt der BVA grundsätzlich, insbesondere aber beim Schulsport, das Tragen fachkundig angepasster zertifizierter Sportbrillen. “Das Tragen einer Schutzbrille ist jedoch nicht die einzige Maßnahme, die vor sportbedingten Schäden am Auge schützt. Es gilt, keine übertriebenen Risiken einzugehen und im Zweifelsfall die Grenzen zu akzeptieren, die der eigene Körper setzt”, rät Sportophthalmologe Schnell. Übungen, bei denen der Kopf sich unter dem Körper befinde – beispielsweise Handstand, Kopfstand, Kerze und vor allem Bungee Jumping – sorgten dafür, dass der Blutandrang im Kopf steige und auch der Druck im Auge. Bei Menschen mit bereits vorgeschädigten Blutgefäßen – bei Diabetes, Arteriosklerose oder Bluthochdruck – seien dann Blutungen im Auge möglich. Das Gleiche gelte für Höhensportarten über 3000 bis 4000 Meter. Bei Sportarten, die mit stärkeren Erschütterungen des Kopfes einhergehen, kann bei stark kurzsichtigen Menschen oder bei Patienten mit Gefäßerkrankungen die Netzhaut Schaden nehmen. „Schon beim Joggen auf hartem Untergrund (Straße etc.) kann sich der Glaskörper nach Untersuchungen von Draeger und Roßmann zu gefährlichen Schwingungsfrequenzen aufschaukeln“, berichtet Schnell. Bei einer ungünstigen Veranlagung könne das im Extremfall zu Netzhautschäden führen. Regelmäßige Augenuntersuchungen, die auch die Netzhaut einbeziehen, seien eine Möglichkeit, bei Risikopatienten solche Schäden früh zu erkennen und im Bedarfsfall zu behandeln. Die heilsamen Folgen einer angemessenen sportlichen Betätigung dürfe man nicht vergessen, rät Schnell, denn es sei mittlerweile bewiesen, dass wohldosierte Ausdauersportarten wie Walking, Joggen oder Radfahren auch bei Augenkrankheiten positive Auswirkungen haben. Und mit dem richtigen Augenschutz sowie bei Beachtung grundlegender Regeln ließen sich sportbedingte Schäden am Auge weitgehend vermeiden. Quelle: BVA
Mehr erfahren zu: "Digitalisierungspläne: BVA kritisiert Referentenentwurf des GeDIG" Digitalisierungspläne: BVA kritisiert Referentenentwurf des GeDIG Im Hinblick auf den Referentenentwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) warnt der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) vor Untergrabung der Autonomie der Ärzte.
Mehr erfahren zu: "Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland" Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland 900 Millionen Euro, die eigentlich für hiesige Standorte des Pharma-Konzerns Boehringer Ingelheim vorgesehen waren, werden nun in anderen Weltregionen investiert. Der Unternehmenschef wählt klare Worte.
Mehr erfahren zu: "KI: Neuer Trainingsansatz stärkt künstliche Sehsysteme" KI: Neuer Trainingsansatz stärkt künstliche Sehsysteme Künstliche Intelligenz (KI) wird immer größer, datenhungriger und rechenintensiver. Doch eine neue Studie der Universität Osnabrück zeigt: Für robustes Sehen ist größer nicht immer besser. Entscheidend kann vielmehr sein, wie […]