Alzheimer Europe prognostiziert 64 Prozent mehr Demenzerkrankungen in Europa bis 20503. Februar 2026 Bis 2050 könnte die Zahl der Demenzfälle in Europa um 64 Prozent steigen, prognostiziert Alzheimer Europe. (Bild: © LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com) Alzheimer Europe hat seinen Bericht „The Prevalence of Dementia in Europe 2025“ veröffentlicht. Dieser enthält aktualisierte Prävalenzzahlen zu den Demenzfällen in Europa insgesamt sowie in den einzelnen Ländern und prognostiziert einen deutlichen Anstieg in den nächsten 25 Jahren. Der Bericht baut auf der vorherigen Arbeit von Alzheimer Europe im „Dementia in Europe Yearbook 2019“ auf. Alzheimer Europe wandte dieselbe Methodik an und suchte nach gemeindebasierten Studien, die seit dem „Dementia in Europe Yearbook 2019“ veröffentlicht wurden. Daraus wurden neue Prävalenzraten für 5-Jahres-Altersgruppen abgeleitet. Diese aktualisierten Prävalenzraten wurden anschließend auf Bevölkerungsprognosen für 2025 und 2050 angewendet, die den Daten der UN WOrld Population Prospects 2024 entnommen wurden. Für 2025 wird die Zahl der Menschen mit Demenz in Ländern der Europäischen Union (EU) auf 9.065.706 und in EU- und Nicht-EU-Ländern zusammen auf 12.122.979 geschätzt. Der Bericht schätzt, dass es bis 2050 in den EU-Ländern 14.335.788 Menschen mit Demenz und in den EU- und Nicht-EU-Ländern zusammen 19.905.856 Menschen mit Demenz geben wird. Dies bedeutet, dass die geschätzte Zahl der Menschen mit Demenz bis 2050 in den EU-Ländern um 58 % und in den EU- und Nicht-EU-Ländern zusammen um 64 % steigen wird. Um festzustellen, ob sich die geschätzte Zahl der Menschen mit Demenz zwischen 2019 und 2025 signifikant verändert hat, nutzte Alzheimer Europe seine Schätzungen für die EU-Länder als Vergleichsgrundlage. Die Gesamtzahlen der Menschen mit Demenz in der EU für die Jahre 2025 und 2050 stimmen in beiden Berichten weitgehend überein. Bei Männern wurden jedoch in allen Altersgruppen über 70 Jahren, insbesondere aber in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen, durchweg höhere Prävalenzraten beobachtet. Das Bild für Frauen war im Allgemeinen uneinheitlicher. Forderung nach besserer Versorgung Der prognostizierte Anstieg der Gesamtzahlen bestärkt den Autoren zufolge die Forderung, die Alzheimer Europe und seine Mitgliedsverbände seit vielen Jahren erheben: Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene müssen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft Menschen mit Demenz, ihre Familien und Betreuer bestmöglich unterstützt, um eine höchstmögliche Lebensqualität zu erreichen. Die Autoren führen aus: „Aus politischer Sicht müssen die Gesundheits- und Sozialsysteme über die notwendigen Kapazitäten und Infrastrukturen verfügen, um Menschen mit Demenz von der Diagnose bis zur Palliativversorgung eine qualitativ hochwertige Betreuung und Unterstützung zu bieten. Darüber hinaus muss die Forschung der Demenz den ihr gebührenden Stellenwert einräumen. Dabei sollten Grundlagenforschung zum besseren Verständnis der Erkrankung, klinische Studien zur Entwicklung von Diagnostik und Therapien sowie demografische Forschung zu den betroffenen Bevölkerungsgruppen priorisiert werden, um die Systemreaktionen zu verbessern. “ Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der künftige EU-Haushalt diskutiert wird. Den Autoren zufolge zeigt sich, dass die Vorschläge sich von dem bisherigen starken Engagement für Gesundheit, Soziales und Forschung entfernen und den Fokus stärker auf Verteidigung und Wirtschaft im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit legen. Die Botschaft von Alzheimer Europe an die Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene: „Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Wenn wir jetzt nicht handeln, nicht ausreichend in Gesundheits-, Pflege- und Sozialsysteme investieren, die Forschung nicht angemessen fördern und keine wirksamen Präventionsmaßnahmen umsetzen, werden sich die bevorstehenden Herausforderungen verschärfen.“ Statement des Geschäftsführers von Alzheimer Europe Jean Georges, Geschäftsführer von Alzheimer Europe, kommentierte die Veröffentlichung des Berichts wie folgt: „Die Herausforderung durch Demenz in Europa ist enorm, und wir hoffen sehr, dass unsere aktualisierten Zahlen Entscheidungsträger auf europäischer und nationaler Ebene dazu bewegen, Demenz Priorität einzuräumen und sicherzustellen, dass sie in den Bereichen Gesundheit, Forschung, Behindertenpolitik und Unterstützung pflegender Angehöriger berücksichtigt wird. Insbesondere müssen politische Entscheidungsträger die Pflegeleistungen verbessern, in die Gesundheitsinfrastruktur für Diagnose und Behandlung investieren und Familien, Pflegepersonen und Unterstützer von Menschen mit Demenz besser unterstützen. Dabei müssen sie die sich verändernde Bevölkerungsstruktur und die Prävalenz von Erkrankungen wie Demenz berücksichtigen. Unser Helsinki-Manifest bietet einen Aktionsplan auf EU- und nationaler Ebene zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz, ihren Pflegepersonen und Familien. Wir bekräftigen die Kernforderungen unseres Helsinki-Manifests: Es besteht ein klarer Bedarf an einem koordinierten europäischen Aktionsplan zur Demenz und einer eigens dafür eingerichteten Forschungsmission, jeweils mit zweckgebundener Finanzierung, um deren ordnungsgemäße Umsetzung zu gewährleisten.“ (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Demenz: Mehr als ein Drittel der Demenzfälle in Deutschland wäre vermeidbar Demenz vorbeugen: Warum Hörgerät und Brille wichtig fürs Gehirn sind
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