Adipositas: Auch metabolisch Gesunde gefährdet7. November 2018 © BillionPhotos.com – fotolia.com Selbst wenn Menschen über lange Zeit metabolisch gesund sind, bleibt Adipositas ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Doch die Risiken sind über alle BMI-Kategorien hinweg für diejenigen Patienten am höchsten, die metabolisch ungesund sind, wie eine Nachbeobachtung der Nurses‘ Health Study über 30 Jahre zeigt. In allen Kategorien des Body-Mass-Indexes (BMI) entwickelte ein großer Teil der metabolisch gesunden Frauen im Laufe der Zeit einen metabolisch ungesunden Phänotyp, der mit einen erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert war. Für die Nurses‘ Health Study wurden 1976 in den USA 121.701 Krankenschwestern rekrutiert, von denen 103.298 zur Baseline der Studie im Jahr 1980 einen ausgefüllten Fragebogen einreichten. Nach dem Ausschluss von Frauen mit kardiovaskulären Erkrankungen oder Krebs in der Vorgeschichte oder mit fehlenden Angaben zum Körpergewicht wurden 90.257 Frauen von 1980-2010 auf kardiovaskuläre Erkrankungen nachbeobachtet. Während der 2.127.391 Personenjahre Follow-up – median lief die Nachbeobachtung über 24 Jahre – wurden 6306 kardiovaskuläre Erkrankungen dokumentiert. Darunter waren 3304 Herzinfarkte und 3080 Schlaganfälle. Das kardiovaskuläre Erkrankungsrisiko von Frauen mit metabolisch gesunder Adipositas war im Vergleich zu Frauen, die metabolisch gesund und normalgewichtig waren, erhöht (HR 1,39 [95 %-KI 1,15–1,68]). Doch das Risiko war um Einiges höher bei metabolisch ungesunden normalgewichtigen Frauen (HR 2,43 [95 %-KI 2,19–2,68]), metabolisch ungesunden übergewichtigen Frauen (HR 2,61 [95 %-KI 2,36–2,89]) und metabolisch ungesunden adipösen Frauen (HR 3,15 [95 %-KI 2,83–3,50]). Die Mehrzahl der metabolisch gesunden Frauen konvertierte zu ungesunden Phänotypen (2555 [84%] von 3027 Frauen mit Adipositas, 22.215 [68 %] von 32.882 Frauen mit Normalgewicht nach 20 Jahren). Frauen, die im Verlauf des Follow-up eine metabolisch gesunde Adipositas aufrecht erhielten, hatten immer noch ein höheres kardiovaskuläres Erkrankungsrisiko als Frauen mit stabilem, metabolisch gesundem Normalgewicht (HR 1,57 [95 %-KI 1,03–2,38]). Doch dieses Risiko war niedriger als das von ursprünglich metabolisch gesunden Frauen, die zu einem ungesunden Phänotyp konvertierten (Normalgewicht HR 1,90 [95 %-KI 1,66–2,17] vs. Adipositas HR 2,74 [95 %-KI 2,30–3,27). Spe-ziell neu aufgetretener Diabetes und Bluthochdruck erhöhten das Risiko von Frauen mit initial guter metabolischer Gesundheit. Fazit Selbst wenn die Stoffwechselgesundheit über längere Zeit erhalten bleibt, bleibt Fettleibigkeit ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Autoren: Eckel N et al. Korrespondenz: Abteilung für Molekulare Epidemiologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Nuthetal Studie: Transition from metabolic healthy to unhealthy phenotypes and association with cardiovascular disease risk across BMI categories in 90 257 women (the Nurses‘ Health Study): 30 year follow-up from a prospective cohort study Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2018 Sep;6(9):714–724. Web: www.thelancet.com/journals/landia
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