BVF und Deutsche Hochdruckliga zu Risiken von Adipositas für Frauengesundheit und Reproduktion4. März 2026 Adipositas beeinflusst die allgemeine Frauengesundheit, aber auch die Schwangerschaft und das Leben des ungeborenen Kindes. (Symbolbild: © New Africa/stock.adobe.com) Anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 04.03.2026 weisen der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) und die Deutsche Hochdruckliga DHL – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention gemeinsam darauf hin, dass Adipositas nicht nur eine Stoffwechselerkrankung ist, sondern erhebliche Folgen für Frauengesundheit und Reproduktion haben kann. „Adipositas ist auch ein reproduktionsmedizinisches Thema. Sie beeinflusst Fruchtbarkeit, Schwangerschaftsverlauf und die langfristige Gesundheit von Frauen. Unsere Praxen sind die erste Anlaufstelle für junge Frauen mit Kinderwunsch. Deshalb ist es wichtig, Stoffwechselgesundheit schon frühzeitig, sensibel und ohne Stigmatisierung anzusprechen und interdisziplinär zu begleiten“, erklärt Markus Haist, Präsident des BVF.Adipositas wirkt sich direkt auf den Hormonhaushalt aus. Studien zeigen, dass Zyklusstörungen, ausbleibende Eisprünge und das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) bei übergewichtigen Frauen häufiger auftreten. Auch die Erfolgschancen bei Kinderwunschbehandlungen können reduziert sein. In der Schwangerschaft steigt zudem das Risiko für Bluthochdruck und schwangerschaftsbedingte Hochdruckerkrankungen wie Präeklampsie, mit potenziell schwerwiegenden Folgen für Mutter und Kind.„Übergewicht in der Schwangerschaft ist ein erheblicher Risikofaktor für Bluthochdruck und auch Schwangerschaftskomplikationen. Hier zeigt sich für Betroffene dann auch ein langfristiges erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufkomplikationen. Während der Schwangerschaft ist eine interdisziplinäre Betreuung (Gynäkologen/Internisten) dringend ratsam. Ebenso sollten nach der Schwangerschaft regelmäßig Risikofaktoren überprüft werden und gegebenenfalls auch frühzeitig behandelt werden, damit langfristige Schäden für Betroffene verhindert werden können,“ erklärt Prof. Markus van der Giet, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.Neben den unmittelbaren Risiken für Mutter und Kind weisen beide Verbände auf die langfristigen Folgen hin: Frauen, die in der Schwangerschaft Bluthochdruck oder einen Gestationsdiabetes entwickeln, haben später ein deutlich erhöhtes Risiko für chronische Hypertonie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Bereits im Mutterleib werden Weichen für den späteren Stoffwechsel des Kindes gestellt: Ein verändertes intrauterines Milieu, zum Beispiel durch Übergewicht, Schwangerschaftsdiabetes oder metabolische Belastungen, kann die Entwicklung von Organ- und Stoffwechselsystemen beeinflussen und so das Risiko für Übergewicht und metabolische Erkrankungen im späteren Leben erhöhen.BVF und Deutsche Hochdruckliga sprechen sich daher für eine stärkere Verzahnung von gynäkologischer, internistischer und präventivmedizinischer Versorgung aus. Konkret notwendig sind: strukturierte Beratungsangebote zur Gewichtsreduktion vor einer Schwangerschaft eine engmaschige Betreuung während der Schwangerschaft eine konsequente kardiovaskuläre Nachsorge nach der Geburt „Wer die Gesundheit der nächsten Generation stärken will, muss die Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen frühzeitig in den Blick nehmen“, lautet die gemeinsame Botschaft des Berufsverbands und der Fachgesellschaft. Außerdem interessant zum Thema Adipositas bei Frauen: Adipositas in der Schwangerschaft: Darum haben übergewichtige Frauen mehr Risiken
Mehr erfahren zu: "15-Punkte-Plan aus NRW, um Patienten gezielter zum Arzt zu lotsen" 15-Punkte-Plan aus NRW, um Patienten gezielter zum Arzt zu lotsen Wochenlang auf einen Termin warten? Ein 15-Punkte-Plan aus Nordrhein-Westfalen (NRW) soll das ändern: Mit digitaler Ersteinschätzung und weniger Papierkram soll Patientensteuerung effizienter werden. Entschieden wird darüber aber im Bund.
Mehr erfahren zu: "Wechseljahre: Wie Östrogen Frauen vor Bluthochdruck schützt" Weiterlesen nach Anmeldung Wechseljahre: Wie Östrogen Frauen vor Bluthochdruck schützt Eine neue Studie der University of Waterloo (USA) gibt Aufschluss darüber, warum Frauen vor den Wechseljahren ein geringeres Risiko für Bluthochdruck haben und was dies für die Behandlung nach den […]
Mehr erfahren zu: "Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Gabe ab" Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Gabe ab Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Spritzen für ihre Neugeborenen ab und setzen ihre Kinder damit einem erhöhten Risiko für vermeidbare Hirnschäden aus. Dies geht aus einer systematischen Übersichtsarbeit hervor, deren Ergebnisse […]