Adipositas und CKD: Bariatrische Chirurgie verbessert Prognose deutlich

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Eine metabolisch-bariatrische Operation kann bei Patienten mit Adipositas und chronischer Nierenkrankheit (CKD) das Risiko für Nierenversagen, schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse und Tod signifikant reduzieren. Dies zeigt eine neue US-Studie.

Adipositas beschleunigt das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) und schränkt häufig den Zugang zu einer Nierentransplantation ein, erklären die Autoren. Eine metabolische und bariatrische Operation (Metabolic and bariatric surgery, MBS) könne diese Hürden möglicherweise abbauen. Ihr langfristiger Einfluss auf renale Endpunkte und das Überleben bei Vorliegen einer CKD sei jedoch bislang nur unzureichend erforscht.

Neue Erkenntnisse liefert nun ihre Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Surgery for Obesity and Related Diseases“.

Beobachtungszeitraum von fünf Jahren

Die retrospektive Kohortenstudie nutzte das TriNetX-Forschungsnetzwerk (2010–2020), um Erwachsene mit Adipositas und CKD zu untersuchen, die sich einer Schlauchmagenresektion (SG) oder einem Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB) unterzogen hatten. Die Patienten wurden anhand von Propensity-Score-Matching im Verhältnis 1:1 mit Patienten ohne MBS hinsichtlich demografischer Daten, Komorbiditäten, Nierenfunktion zu Studienbeginn und Medikamenteneinnahme verglichen.

Die Ergebnisse wurden über fünf Jahre erfasst. Primäre Endpunkte waren das Auftreten eines chronischen Nierenversagens (ESRD), der Beginn einer Dialysebehandlung, eine Nierentransplantation, kardiovaskuläre Ereignisse und die Gesamtmortalität.

Insgesamt wurden 4481 MBS-Patienten mit 4481 Nicht-MBS-Patienten gematcht, wobei gut ausbalancierte Ausgangsmerkmale vorlagen. Im Vergleich zur Nicht-MBS-Gruppe war die MBS-Gruppe mit signifikant niedrigeren Risiken für ESRD (5,9 % vs. 11,9 %), Dialyseabhängigkeit (4,1 % vs. 9,0 %) sowie kombinierte kardiovaskuläre Endpunkte (15,5 % vs. 27,7 %) assoziiert. Interessanterweise waren die Raten an Nierentransplantationen in der MBS-Gruppe mehr als doppelt so hoch (4,6 % vs. 2,2 %), und die Gesamtmortalität war deutlich niedriger (5,0 % vs. 16,3 %).

Ziel: Verlauf chronischer Erkrankungen zu verändern

In dieser großen, realen Kohorte war die metabolische Kreislaufunterstützung (MBS) mit deutlichen Verbesserungen der Nierenfunktion, des Zugangs zu Nierentransplantationen, der kardiovaskulären Gesundheit und des Überlebens bei Patienten mit Adipositas und CKD verbunden, resümieren die Autoren. Sie weisen darauf hin, dass prospektive Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die klinische Praxis zu optimieren.

Studienleiter Prof. Jerry Dang kommentiert: „Diese Ergebnisse zeigen, dass die metabolische und bariatrische Chirurgie nicht nur Adipositas behandelt, sondern den Verlauf einer CKD grundlegend verändert und daher in einem früheren Stadium des Krankheitsverlaufs in Betracht gezogen werden sollte.“ Und weiter: „Durch ein früheres Eingreifen beobachten wir ein langsameres Fortschreiten der Erkrankung, eine geringere Zahl von Patienten, die ein Nierenversagen entwickeln, bessere kardiovaskuläre Ergebnisse sowie einen besseren Zugang zu lebensrettenden Transplantationen.“

„Bei diesen Eingriffen geht es nicht bloß um Gewichtsabnahme. Vielmehr zielen sie darauf ab, den Verlauf chronischer Erkrankungen zu verändern, die Organfunktion zu erhalten und Leben zu retten“, ergänzt dazu Dr. Richard M. Peterson Präsident der American Society for Metabolic and Bariatric Surgery (ASMBS), der an der Studie nicht beteiligt war.

(ri/BIERMANN)

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