Adjuvantes Nivolumab erreicht längeres Gesamtüberleben bei muskelinvasivem Blasenkrebs5. April 2024 Die Bindung von PD-1 (blau) an PD-L1 (grün) schwächt die Immunantwort. Grafik: molekuul.be – stock.adobe.com Der Checkpoint-Inhibitor Nivolumab kann als adjuvante Therapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) das Gesamtüberleben verlängern. Das zeigen neue Daten der Studie CheckMate 274, die am 05.04.2023 auf dem Kongress der European Association of Urology (EAU) in Paris (Frankreich) vorgestellt wurden. CheckMate 274 ist eine globale, randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie mit Nivolumab im Vergleich zu Placebo bei Hochrisiko-MIBC nach einer radikalen Zystektomie. Die Studie wird von Bristol Myers Squibb und Ono Pharmaceutical finanziert. An der Studie nahmen etwas mehr als 700 Patienten teil, von denen die Hälfte nach einer Operation zur Entfernung der Blase 12 Monate lang alle zwei Wochen Nivolumab und die andere Hälfte ein Placebo erhielt. Die Patienten wurden auch darauf getestet, ob ihre Krebserkrankung erhöhte Werte des Checkpoint-Proteins Programmed Cell Death 1 Ligand 1 (PD-L1) aufwies. Dieses ist ein wichtiger Biomarker, da Nivolumab den PD-L1-Rezeptor Programmed Cell Death Protein 1 (PD-1) blockiert. Die Bindung von PD-L1 an PD-1 hemmt die Immunantwort, sodass die Blockade von PD-1 die Immunzellen wieder “scharf” macht. Die Studie hatte bereits positive Ergebnisse bei der Vermeidung eines erneuten Auftretens berichtet, insbesondere bei Patienten, die PD-L1 in hoher Konzentration aufwiesen. Bei allen Patienten unter Nivolumab dauerte es durchschnittlich 22 Monate bis zum Wiederauftreten, im Vergleich zu 10 Monaten bei den Placebo-Patienten. Die PD-L1-positiven Patienten blieben unter Nivolumab im Durchschnitt über vier Jahre ohne Rezidiv, verglichen mit etwas mehr als acht Monaten bei denen, die Placebo erhielten. Gesamtüberleben fast sechs Jahre Die neuesten Ergebnisse zeigen, obwohl sie noch in einem frühen Stadium sind, einen ähnlichen Vorteil beim Gesamtüberleben. Beim Vergleich aller Patienten überlebten diejenigen unter Nivolumab im Durchschnitt fast sechs Jahre (69,5 Monate), verglichen mit etwas mehr als vier Jahren (50,1 Monate) bei denen unter Placebo. Den Forschern liegen noch nicht genügend Follow-up-Daten vor, um die PD-L1-Patienten herauszutrennen, aber die bisherige Analyse zeigt, dass das Gesamtüberleben für diese Gruppe wahrscheinlich auch noch besser sein dürfte, wenn sie mit Nivolumab im Vergleich zu Placebo behandelt werden. Prof. Matthew Galsky vom Tisch Cancer Institute der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York leitet die CheckMate 274-Studie. Er sagte in Paris: „Wir wissen, dass bei Patienten mit Hochrisiko-Urothelkarzinom das höchste Risiko für ein erneutes Auftreten innerhalb der ersten drei Jahre nach der Operation besteht. Wir haben nun in dieser Studie eine beträchtliche Untergruppe von Patienten über einen noch längeren Zeitraum beobachtet, ohne dass es zu einem erneuten Auftreten kam. Es sieht so aus, als ob die Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens letztendlich zu einer Verbesserung des Gesamtüberlebens führen wird. Und das gilt für alle Patienten, insbesondere aber für Patienten mit dem PD-L1-Biomarker. Wir hoffen, dass diese Verbesserung dann zu einer erhöhten Heilungswahrscheinlichkeit von Krebs bei diesen Patienten führt.“ (EAU/ms)
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Reproduktionsimmunologie: Jenaer Professor DGRM-Vorsitz" Reproduktionsimmunologie: Jenaer Professor DGRM-Vorsitz Mit Beginn dieses Jahres hat Prof. Udo Markert den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM) übernommen. Das hat das Universitätsklinikum Jena mitgeteilt.