Adrenalektomie: Roboter schlägt konventionelle Laparoskopie

Nebennierentumor. Grafik: Axel Kock – stock.adobe.com

Die roboterassistierte laparoskopische Adrenalektomie (RA) ist der konventionellen laparoskopischen Adrenal­ektomie (LA) bei der Behandlung von Nebennierentumoren überlegen. Das ergibt ein aktueller systematischer Review mit Metaanalyse.

Die Autoren um Zejia Sun und Wei Wang vom Beijing Chaoyang Hospital durchsuchten für ihre Studie die medizinischen Datenbanken Medline, PubMed, Cochrane Library, Scopus und Web of Science. Sie fanden 45 geeignete Studien mit insgesamt 7225 Patienten.

Im Vergleich zur LA waren die Ergebnisse bei RA besser, und zwar in Bezug auf den geschätzten Blutverlust (estimated blood loss, EBL; gewichtete mittlere Differenz [WMD] -20,89; 95%-Konfidenzintervall [KI] -28,51 bis -13,28; p<0,01), die Krankenhausaufenthaltsdauer (length of stay, LOS; WMD -0,28; 95%-KI -0,40 bis -0,17; p<0,01), die Darm­erholungszeit (WMD -0,54; 95%-KI -0,82 bis -0,27; p<0,01), Konversion zu offenem Vorgehen (Odds Ratio [OR] 0,39; 95%-KI 0,25–0,60; p<0,01) und die Gesamtzahl der Komplikationen (OR 0,70; 95 %-KI 0,57–0,86; p<0,01). Die beiden Zugangsarten waren vergleichbar hinsichtlich Operationsdauer, Transfusionen, Wiedereinweisungen sowie Komplikationen mit Clavien-Dindo-Grad I, II und >II.

Analyse für trans- und retroperitonealen Zugang

In Subgruppenanalysen testeten die Wissenschaftler die beiden Ansätze für spezielle Operationen. Bei der transperitonealen Adrenalektomie ergab sich ein ähnliches Bild wie in der Gesamtschau: Das roboterassistierte Vorgehen schlug den konventionell laparoskopischen Ansatz hinsichtlich EBL (WMD -22,51; 95%-KI -39,04 bis -5,98; p<0,01) und der Gesamtzahl der Komplikationen (OR 0,60; 95%-KI 0,39–0,90; p<0,05). Vergleichbar waren beide in Bezug auf Opera­tionsdauer und LOS. Auch bei retroperitonealen Eingriffen war der Roboter im Vorteil: bei der Opera­tionszeit (WMD 18,74; 95%-KI 5,89–31,58; p<0,01) und beim EBL (WMD -21,41; 95%-KI -36,85 bis -5,97; p<0,01) – nicht aber bei LOS und der Gesamtzahl der Komplikationen.

Betrachtet man einzelne Krankheitsbilder, ergibt sich Folgendes: Deutliche Vorteile erzielte die RA bei Phäochromozytomen hinsichtlich des EBL, LOS und der intraoperativen hämodynamischen Stabilität. Bei großen Nebennierentumoren (≥5 cm) war die RA hinsichtlich der Operationszeit, EBL und der LOS überlegen. Adipöse Patienten verloren unter RA weniger Blut, kaum Unterschiede gab es bei diesen hinsichtlich der Operationszeit, LOS, der Konversionsrate und der Gesamtzahl der Komplikationen.

(ms)