Adrenalektomie: Roboter schlägt konventionelle Laparoskopie30. Januar 2026 Nebennierentumor. Grafik: Axel Kock – stock.adobe.com Die roboterassistierte laparoskopische Adrenalektomie (RA) ist der konventionellen laparoskopischen Adrenalektomie (LA) bei der Behandlung von Nebennierentumoren überlegen. Das ergibt ein aktueller systematischer Review mit Metaanalyse. Die Autoren um Zejia Sun und Wei Wang vom Beijing Chaoyang Hospital durchsuchten für ihre Studie die medizinischen Datenbanken Medline, PubMed, Cochrane Library, Scopus und Web of Science. Sie fanden 45 geeignete Studien mit insgesamt 7225 Patienten. Im Vergleich zur LA waren die Ergebnisse bei RA besser, und zwar in Bezug auf den geschätzten Blutverlust (estimated blood loss, EBL; gewichtete mittlere Differenz [WMD] -20,89; 95%-Konfidenzintervall [KI] -28,51 bis -13,28; p<0,01), die Krankenhausaufenthaltsdauer (length of stay, LOS; WMD -0,28; 95%-KI -0,40 bis -0,17; p<0,01), die Darmerholungszeit (WMD -0,54; 95%-KI -0,82 bis -0,27; p<0,01), Konversion zu offenem Vorgehen (Odds Ratio [OR] 0,39; 95%-KI 0,25–0,60; p<0,01) und die Gesamtzahl der Komplikationen (OR 0,70; 95 %-KI 0,57–0,86; p<0,01). Die beiden Zugangsarten waren vergleichbar hinsichtlich Operationsdauer, Transfusionen, Wiedereinweisungen sowie Komplikationen mit Clavien-Dindo-Grad I, II und >II. Analyse für trans- und retroperitonealen Zugang In Subgruppenanalysen testeten die Wissenschaftler die beiden Ansätze für spezielle Operationen. Bei der transperitonealen Adrenalektomie ergab sich ein ähnliches Bild wie in der Gesamtschau: Das roboterassistierte Vorgehen schlug den konventionell laparoskopischen Ansatz hinsichtlich EBL (WMD -22,51; 95%-KI -39,04 bis -5,98; p<0,01) und der Gesamtzahl der Komplikationen (OR 0,60; 95%-KI 0,39–0,90; p<0,05). Vergleichbar waren beide in Bezug auf Operationsdauer und LOS. Auch bei retroperitonealen Eingriffen war der Roboter im Vorteil: bei der Operationszeit (WMD 18,74; 95%-KI 5,89–31,58; p<0,01) und beim EBL (WMD -21,41; 95%-KI -36,85 bis -5,97; p<0,01) – nicht aber bei LOS und der Gesamtzahl der Komplikationen. Betrachtet man einzelne Krankheitsbilder, ergibt sich Folgendes: Deutliche Vorteile erzielte die RA bei Phäochromozytomen hinsichtlich des EBL, LOS und der intraoperativen hämodynamischen Stabilität. Bei großen Nebennierentumoren (≥5 cm) war die RA hinsichtlich der Operationszeit, EBL und der LOS überlegen. Adipöse Patienten verloren unter RA weniger Blut, kaum Unterschiede gab es bei diesen hinsichtlich der Operationszeit, LOS, der Konversionsrate und der Gesamtzahl der Komplikationen. (ms)
Mehr erfahren zu: "Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro" Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Ausgaben im Gesundheitswesen mehr als verdreifacht. Eine detaillierte Statistik zum Jahr 2024 zeigt, wo die Kosten am meisten stiegen.
Mehr erfahren zu: "Neue Studie nimmt gesundheitliche Versorgung von trans* Personen in den Fokus" Neue Studie nimmt gesundheitliche Versorgung von trans* Personen in den Fokus In dem Projekt Trans*power untersucht ein Forschungsteam der Medizinische Hochschule Hannover die Erfahrungen und Bedürfnisse sowohl von trans* Personen als auch von medizinischen Fachleuten. Das Projekt soll Impulse geben für […]
Mehr erfahren zu: "Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler" Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler Der Deutsche Krebspreis − verliehen von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung − wird jährlich in den Kategorien „Translationale Forschung“, „Klinische Forschung“, „Experimentelle Forschung“ und „Versorgungsforschung“ vergeben.