Ähnlich breite T-Zellantwort gegen SARS-CoV-2-Spikeprotein nach Infektion und Impfung10. August 2022 Darstellung eines SARS-CoV-2-Spikeproteins beim Angriff auf einen Zellrezeptor. (Abbildung: © catalin/stock.adobe.com) Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist es in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und Partnern in San Diego (USA) gelungen, die spezifische Immunantwort von T-Zellen von COVID-19-Erkrankten und Geimpften gegen das Spikeprotein von SARS-CoV-2 in hoher Auflösung zu untersuchen. Um zu sehen, gegen welche Regionen des Spikeproteins sich die T-Zellantwort gezielt richtet, haben die Forschenden das gesamte Spikeprotein in mehr als 250 Einzelpeptide unterteilt, bestehend aus jeweils 15 Aminosäuren. Sie fanden dadurch heraus, dass sowohl die Impfung gegen SARS-CoV-2 als auch eine akut bestehende oder bereits durchgemachte Infektion eine ähnlich breite und umfassende T-Zellantwort auslöst. Außerdem identifizierten die Wissenschaftler zwölf besonders immunogene Peptide im Spikeprotein, also Peptide, die bei besonders vielen Probanden eine Immunantwort auslösten. „Diese stellen mögliche Ziele für die weitere Bewertung von Virusvarianten und die Impfstoffentwicklung dar“, sagt Studienleiter Prof. Julian Schulze zur Wiesch aus der Sektion Infektiologie der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE. Viele dieser Peptide kommen auch in der Omikron-Variante und ihren Subvarianten, wie der derzeit dominierenden BA.5-Variante, vor. Die Forschenden – zu ihnen gehören federführend die medizinischen Doktoranden Hendrik Karsten und Leon Cords – gehen daher davon aus, dass die T-Zellantwort bei diesen Varianten ebenfalls gut erhalten ist. Weitere Studienergebnisse legen nahe, dass sich zwar die Breite der Antwort und die Anzahl der Peptide, die erkannt werden, durch einen erneuten Antigenkontakt nicht ändern, wohl aber die Stärke der Antworten. Auch zwischen zwei- und dreimal geimpften Probanden konnten wesentliche Unterschiede der Antwortstärke festgestellt werden. „Diese detaillierten Studienergebnisse sind als Werkzeugkasten für Immunologen zu betrachten und unterstreichen die Breite der T-Zellantwort. Wir sind überzeugt, dass SARS-Cov-2 vorrausichtlich nicht so stark mutieren wird, dass es gar nicht mehr von bereits gebildeten T-Zellen nach einer Impfung oder Infektion erkannt wird“, sagt Studienleiter Schulze zur Wiesch. Die Studie wurde unter anderem durch Mittel des Sonderforschungsbereichs 1328 der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht.
Mehr erfahren zu: "Die Poliklinik: ein Modell gegen Ärztemangel" Die Poliklinik: ein Modell gegen Ärztemangel In der Poliklinik in Halle arbeiten angestellte Ärzte unter einem Dach – mit weniger Bürokratie und mehr Zeit für Patienten. Das Land Brandenburg plant, Krankhäuser in Polikliniken umzuwandeln. Kann ein […]
Mehr erfahren zu: "Grüne: Milliardenkosten durch Änderungen an Klinikreform" Grüne: Milliardenkosten durch Änderungen an Klinikreform Die Koalition will die Klinikreform noch an einigen Stellen ändern. Hat das Folgen für die zuletzt immer höheren Ausgaben?
Mehr erfahren zu: "Grünes Licht für erste Kombi-Impfung gegen COVID-19 und Grippe" Grünes Licht für erste Kombi-Impfung gegen COVID-19 und Grippe Bisher gab es zum Schutz vor COVID-19 und Influenza zwei Impfungen – das könnte nun viel einfacher werden.