Ältere Patienten mit milder Hypertonie: Blutdruck mit weniger Medikamenten kontrollierbar

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Die randomisierte Studie „Optimising Treatment for Mild Systolic Hypertension in the Elderly“ (OPTIMISE) zeigt, dass ältere Patienten, die mit mehreren blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt wurden, eines ihrer Medikamente absetzen konnten, ohne dass die systolische Blutdruckkontrolle darunter litt.

OPTIMIZE war eine randomisierte, nicht verblindete Nichtunterlegenheitsstudie, die an 69 Standorten der Grundversorgung in England durchgeführt wurde. Die Teilnehmer, deren Hausarzt sie für geeignet hielt, um Medikamente zu reduzieren, waren ≥80 Jahre alt, hatten einen systolischen Blutdruck <150 mm Hg und erhielten ≥2 blutdrucksenkende Medikamente.

Die Teilnehmer schrieben sich zwischen April 2017 und September 2018 ein und wurden bis Januar 2019 nachuntersucht. Sie wurden per Zufall im Verhältnis 1:1 der Interventionsgruppe mit Medikamentenreduktion (Entfernung von 1 Medikament, n=282) oder der Kontrollgruppe (übliche Medikation, n=287) zugewiesen.

Das primäre Outcome war ein systolischer Blutdruck <150 mmHg nach 12 Wochen. Die vorgegebene Nichtunterlegenheitsgrenze lag bei einem relativen Risiko (RR) von 0,90. Zu den sekundären Outcomes gehörten der Anteil der Teilnehmer, der die Medikamentenreduktion aufrechterhielt, sowie Unterschiede in Bezug auf Blutdruck, Gebrechlichkeit, Lebensqualität, Nebenwirkungen und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen.

Es nahmen 569 randomisierte Patienten mit einem Durchschnittsalter von 84,8 Jahren teil; 276 (48,5%) davon waren Frauen. Sie nahmen zu Studienbeginn im Median 2 blutdrucksenkende Medikamente. 534 (93,8%) beendeten die Studie.

Insgesamt hatten 229 (86,4%) Patienten in der Interventionsgruppe und 236 (87,7%) Patienten in der Kontrollgruppe nach 12 Wochen einen systolischen Blutdruck <150 mmHg (bereinigte RR 0,98; 1-seitiges 97,5%-KI 0,92 bis ∞). Von 7 vorgegebenen sekundären Endpunkten zeigten 5 keinen signifikanten Unterschied. Die Medikamentenreduktion wurde bei 187 (66,3%) Teilnehmern nach 12 Wochen aufrechterhalten.

Die mittlere Änderung des systolischen Blutdrucks war in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe um 3,4 mm Hg (95%-KI 1,1–5,8 mmHg) höher. 12 (4,3%) Teilnehmer in der Interventionsgruppe und 7 (2,4%) in der Kontrollgruppe berichteten über mindestens ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (bereinigte RR 1,72; 95%-KI 0,7–4,3).

Fazit
„Die Ergebnisse legen nahe, dass die Reduzierung von blutdrucksenkenden Medikamenten bei einigen älteren Patienten mit Bluthochdruck nicht mit einer wesentlichen Änderung der Blutdruckkontrolle verbunden ist“, so die Autoren. (ms)

Autoren: Sheppard JP et al.
Korrespondenz: James P. Sheppard,; [email protected]
Studie: Effect of Antihypertensive Medication Reduction vs Usual Care on Short-term Blood Pressure Control in Patients With Hypertension Aged 80 Years and Older
Quelle: JAMA 2020 May 26;323(20): 2039-2051.
Web: https://doi.org/10.1001/jama.2020.4871