Ärzte wegen tödlicher Operation angeklagt – Implantat gerät in Brand13. September 2023 Silikon-Stent per Laser entfernen? Keine gute Idee. Foto: Jürgen Fälchle – stock.adobe.com Wegen einer mutmaßlich fehlerhaften Operation mit Todesfolge müssen sich ein Urologe und ein Pneumologe seit dem 13.09.2023 vor dem Landgericht Hof (Bayern) verantworten. Laut Anklage kam es bei dem Vorfall im Jahr 2017 zu einer explosionsartigen Verpuffung im Körper des Patienten. Dadurch seien seine Luftröhre und seine Lunge schwer beschädigt worden. Etwa drei Wochen später starb der Mann in einer Nürnberger Spezialklinik. Die beiden Mediziner sind wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge wollten die Ärzte dem Patienten einen Stent aus der Luftröhre entfernen. Dieser sei ihm knapp ein Jahr zuvor eingesetzt worden, hieß es. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, das Implantat zu entfernen, hätten die Ärzte versucht, dieses per Laser zu spalten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft widersprach dies den Regeln der ärztlichen Kunst, da der Stent aus brennbarem Silikon bestand. Unmittelbar nach dem Lasereinsatz sei es zu der Verpuffung gekommen, heißt es in der Anklageschrift. Obwohl sich der Gesundheitszustand des Patienten nach dem Vorfall erheblich verschlechtert habe, hätten die Mediziner erst elf Tage später seine Verlegung in die Spezialklinik veranlasst. In dem Strafprozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist Ende September zu rechnen. (dpa/ms)
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