Ärztegenossenschaft Nord erhebt künftig Mitgliedsbeitrag

Urologe Axel Schroeder, Stellvertretender Vorsitzender der äg Nord, ist überzeugt, dass “die Perspektive der äg Nord als unabhängige Interessenvertretung und Wirtschaftsunternehmen von Ärzten für Ärzte in diesen Zeiten notwendiger denn je ist”. Foto: Schmitz

Die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) führt nach über 20 Jahren einen Mitgliedsbeitrag von 40 Euro pro Monat ein. Dies hat die Generalversammlung am 13.12.2023 mit einer Mehrheit von mehr als drei Viertel der teilnehmenden Mitglieder genehmigt.

Wie es in einer diesbezüglichen Mitteilung heißt, hielt der Vorstand für den Geschäftsbetrieb und für Investitionen mehr Kapital und eine nachhaltige und zuverlässige Finanzausstattung für notwendig. In den vergangenen Jahren sei die Liquidität der äg Nord infolge von Pandemie, Verlustvorträgen, Inflation und Preiserhöhungen kontinuierlich zurückgegangen. Dies sei durch Ausgabenkürzungen nicht mehr aufzufangen. Primär hätte die äg Nord zwar kein Ausgabenproblem, aber insbesondere seien die Einnahmen aus dem Arzneimittelvertrieb der Tochtergesellschaft Q-Pharm und aus dem Versorgungssicherungsfonds des Landes Schleswig-Holstein weggebrochen. Erschwerend seien Personal- und Zahlungsausfälle der Krankenkassen in den letzten Monaten hinzugekommen.

Da die fallende Liquidität keinen Aufschub in die kommende Generalversammlung im Juni 2024 mehr zugelassen habe, riefen Aufsichtsrat und Vorstand die Mitglieder der äg Nord noch im Dezember noch zu einer weiteren Generalversammlung nach Bad Segeberg ein. Satzungsänderungen wie die Einführung eines Mitgliedsbeitrages obliegen der Entscheidung des Souveräns der Generalversammlung, wie die äg Nord betont. Nach intensiven Diskussionen habe sich die Generalversammlung mit einer deutlichen Mehrheit von 80 Prozent entschieden, einen Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2024 einzuführen.

„Nun stehen Mittel für den laufenden Geschäftsbetrieb, Investitionen, Tilgungen zur Verfügung“, so der Vorsitzende der äg Nord, Dr. Svante Gehring, Facharzt für Innere Medizin und Naturheilverfahren. „Man war sich einig, die äg Nord als dritte Kraft einer Ärztevertretung, hat ihren Platz in Schleswig-Holstein. Diesen zu erhalten und zu stärken ist den Mitgliedern wichtig, zumal die Perspektive der äg Nord als unabhängige Interessenvertretung und Wirtschaftsunternehmen von Ärzten für Ärzte in diesen Zeiten notwendiger denn je ist“, betonte der Stellvertretende Vorsitzende, Urologe Dr. Axel Schroeder, und verwies auf den Strukturwandel im Gesundheitssystem.

Der Führung der Genossenschaft sei jetzt der Rücken gestärkt, um den aktuellen Herausforderungen weiter zu begegnen, heißt es weiter seitens der äg Nord. Nun könnten Grundsätze wie Gewinnerzielungsabsichten aufgestellt werden, auch mit der Maßgabe, die Geschäftsfelder im puncto Deckungsbeitrag im Blick zu behalten.

Die äg Nord kritisierte, die Gesundheitspolitik in Berlin habe die niedergelassene Ärzteschaft “nicht ausreichend auf dem Schirm”. Dass sich dies ändert, dafür setze sich die äg Nord im Interesse der Ärzte- und Psychotherapeutenschaft ein. Die Genossenschaft biete zudem Vertragsmanagement an und leiste Service für Praxen, Projekt- und Netzmanagement sowie die regionale Versorgung. Als Ziel nennt sie adäquate Rahmenbedingungen einer qualifizierten Patientenversorgung.

(äg Nord / ms)