Ärztetag: Pubertätsblocker nur in Studien anwenden13. Mai 2024 Symbolbild: Dzmitry – stock.adobe.com Strenge Regeln für die Anwendung von Pubertätsblockern und erleichterter Zugang zu verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln – das sind zwei Beschlüsse des 128. Deutschen Ärztetages im Bereich der Sexualmedizin. Der Ärztetag hat die Bundesregierung aufgefordert, pubertätsblockierende Medikamente, geschlechtsumwandelnde Hormontherapien oder ebensolche Operationen bei unter 18-Jährigen mit Geschlechtsinkongruenz/-dysphorie nur im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien zu gestatten. Zudem soll nach den Vorstellungen der Delegierten immer ein multidisziplinäres Team und einer klinische Ethik-Kommission hinzugezogen werden. Die Behandlung dürfe erst nach abgeschlossener medizinischer und insbesondere psychiatrischer Diagnostik begonnen werden, eventueller psychische Störungen seien müssten zuvor behandelt werden. Kommt es zu einer Therapie, so forderten die Abgeordneten weiter, dann müssen die Therapieergebnisse jeglicher Interventionen dieser Art soziologisch, medizinisch, kinder- und jugendpsychiatrisch, sozial und psychologisch über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren nachverfolgt werden. Die Evaluationsergebnisse sollten in die Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter: Diagnostik und Behandlung” einfließen. Der Deutsche Ärztetag sprach sich weiter dafür aus, dass die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel unabhängig vom Alter von den Krankenkassen übernommen werden. Dies könne dazu beitragen, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche zu verringern. Im Jahr 2023 ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland mit mehr als 106.000 gemeldeten Fällen um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen (wir berichteten). Bereits im Jahr 2022 war mit rund 104.000 Fällen ein Anstieg um 9,9 Prozent zu verzeichnen gewesen. (Bundesärztekammer/ms)
Mehr erfahren zu: "Urologen entrüstet über erweiterte Terminmeldepflicht" Urologen entrüstet über erweiterte Terminmeldepflicht Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) lehnt die Verschärfung der Terminmeldepflicht für Vertragsarztpraxen, die der Deutsche Bundestag am 15.10.2026 beschlossen hat, rundum ab. Der Verband bekräftigt die Entrüstung und Kritik […]
Mehr erfahren zu: "PROMETHEUS will Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs neu aufstellen" PROMETHEUS will Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs neu aufstellen Das EU-finanzierte Projekt PROMETHEUS bringt Krebsexperten, Kliniker und Datenwissenschaftler zusammen, um die Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs grundlegend zu verbessern. Die Forscher nutzen künstliche Intelligenz (KI) und Big Data, um […]
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.