Ärztetag verlangt mehr Medizin-Studienplätze

Der Deutsche Ärztetag hat die Bundesländer aufgefordert, rasch für mehr Medizin-Studienplätze zu sorgen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Zahl der Studienplätze in der Humanmedizin müsse um mindestens zehn Prozent aufgestockt werden, verlangte der Ärztetag am Freitag in Erfurt mit Blick auf den Behandlungsbedarf einer älter und kränker werdenden Bevölkerung. Der Ärztetag verlangte mit Blick auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts außerdem Änderungen beim Zulassungsverfahren für Studienbewerber, bei dem deren berufliche Vorerfahrungen stärker berücksichtigt werden.

Er plädierte für ein bundesweit einheitliches Verfahren, in das die Abiturnote, die Ergebnisse eines einheitlichen schriftlichen Tests und eines standardisierten Auswahlverfahrens zu je einem Drittel einfließen. Nicht nur medizinische Berufsabschlüsse etwa als Krankenpfleger sollen als Vorbereitung auf das Studium anerkannt werden, sondern auch eine vorangegangene mindestens einjährige Anstellung in der Pflege.

Derzeit studieren in Deutschland rund 90.000 junge Frauen und Männer an 38 Hochschulen Humanmedizin. Jährlich werden rund 11.000 von bis zu 50.000 Bewerbern an den öffentlichen Hochschulen zugelassen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte Ende 2017 geurteilt, dass das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss.
(dpa)

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