Ätherische Öle bei allergischem Asthma ohne Wirkung16. September 2019 © wckiw – stock.adobe.com Ätherische Öle werden immer häufiger von Allergikern und/oder Asthmatikern zur Reinigung der Raumluft verwendet, wie eine französische Arbeitsgruppe zum Hintergrund ihrer aktuellen Studie schreibt. Die Wirkstoffe der ätherischen Öle gehören zu den Terpenen, den am weitesten verbreiteten biogenen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Zwar gebe es umfangreiche Literatur, die Zusammenhänge zwischen der Exposition gegenüber chemischen VOC und asthmatischen Symptomen sowie einer Beeinträchtigung der Atmungsfunktion zeigt, doch sei der Einfluss ätherischer Öle auf Patienten mit Asthma noch nie untersucht worden, erklären die Wissenschaftler. Sie stellten in ihrer Studie bei Patienten mit leichtem und mittelschwerem allergischen Asthma nach regelmäßiger Exposition gegenüber einem Spray mit 41 ätherischen Ölen (PPAS) keinen Unterschied in Bezug auf Atemwegsentzündung, Lungenfunktion oder Asthmakontrolle fest. An der prospektiven, offenen Studie nahmen 19 Patienten mit leichtem und 6 mit mittelschwerem Asthma teil. Sie wurden 4 Wochen lang PPAS ausgesetzt: 2-mal täglich um 8 und um 20 Uhr wurde es in 2 verschiedenen Ecken ihres Schlafzimmers versprüht. Vor und nach dieser 4-wöchigen Expositionsphase wurden fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid (FeNO) und die Lungenfunktion gemessen sowie eine Methacholin-Exposition (PD20) durchgeführt. Zudem erfolgte eine Beurteilung der Asthmakontrolle anhand des ACT. Der Behälter, der das Spray enthielt, wurde nach der 4-wöchigen Intervention gewogen, um die Compliance zu bewerten. FeNO war der primäre Endpunkt und wurde daher bei allen Probanden unabhängig vom Grad der Atemwegsobstruktion analysiert. Die Ergebnisse beziehen sich auf alle 25 Probanden, bei denen FeNO an den Tagen 1 und 30 gemessen werden konnte (17 Probanden). Das mittlere FeNO betrug vor und nach PPAS-Exposition 37,4 (SD 16,6) bzw. 33,1 (SD 18,7) ppm (p=0,09). Nach PPAS-Exposition wurden keine signifikanten Veränderungen der Lungenfunktion und der Methacholinreaktivität festgestellt. Die mittlere PD20 betrug 1179 μg (SD 1124,42; Bereich 100–3200) vor der Exposition und 1226 μg (SD 1189,8; p=0,06) danach. Der durchschnittliche ACT-Score vor und nach PPAS-Exposition betrug 20,9 (SD 4,2) bzw. 21 (SD 5,15; p=0,80). Das mittlere Gewicht der PPAS-Flaschen betrug vor der ersten Verwendung 211,4 g und am Ende der Studie 171,41 g. Im Durchschnitt wurden 40,0 g (SD 29,8) PPAS verwendet. In der Untergruppe der Probanden, die die größten Mengen an ätherischen Ölen (>40 g) verwendeten, verringerte sich die FeNO nach 30 Tagen Exposition stärker als in der gesamten Gruppe, um 7,9 ppm vs. 4,2 ppm (p=0,07). Fazit Bei leichten und mittelschweren allergischen Asthmatikern wurde nach einmonatiger 2-mal täglicher Exposition gegenüber einem Spray, das eine Mischung aus 41 ätherischen Ölen enthielt, kein Unterschied hinsichtlich Atemwegsentzündung, Lungenfunktion oder Asthmakontrolle festgestellt. (ac) Autoren: Levy J et al. Korrespondenz: Gabriel Thabut; [email protected] Studie: Tolerance to exposure to essential oils exposure in patients with allergic asthma Quelle: J Asthma 2019;56(8):853–860. Web: https://doi.org/10.1080/02770903.2018.1493601