AG Junge Ärztinnen und Ärzte im ALM e.V. gegründet

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Nachdem vor rund zwei Jahren die AG MTL (Arbeitsgruppe Medizinische Technologinnen und Technologen für Laboratoriumsanalytik) ins Leben gerufen wurde, um einen Fokus der Verbandsarbeit auf den fachlichen Nachwuchs in der Laboratoriumsmedizin zu rücken, hat sich bei den Akkreditierten Laboren in der Medizin e.V. ebenso eine AG Junge Ärztinnen und Ärzte gegründet, um die Interessen junger Medizinerinnen und Mediziner in der Labordiagnostik zu vertreten. Dr. Nathalie Winkler (Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH) und Dr. Justin Rothschuh (MVZ Labor 28 GmbH) wurden als Sprecherin und Sprecher der AG gewählt. Beide absolvieren derzeit ihre Weiterbildungszeit auf dem Weg zur Facharztqualifikation Laboratoriumsmedizin.

„Fachkräfteförderung und Nachwuchsgewinnung sind für die Akkreditierten Labore in der Medizin als fachärztlichen Berufsverband von besonderer Bedeutung. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Gründung der AG Junge Ärztinnen und Ärzte im ALM e.V. nun ein Team von aufstrebenden und berufspolitisch interessierten Kolleginnen und Kollegen haben, die neue Impulse aus dem Blickwinkel ihrer Generation setzen können. Mit ihrem Engagement werden sie die herausragende Bedeutung der Laboratoriumsmedizin als Konditionalfach für die Patientenversorgung weiter stärken“, so der 1. Vorsitzende Dr. Michael Müller. 
 
„Wir freuen uns sehr über die Gründung der Arbeitsgruppe Junge Ärztinnen und Ärzte im Labor, mit der sich für uns die Möglichkeit bietet, Berufspolitik aktiv mitzugestalten. Die jüngere Generation verfügt im Vergleich zur älteren Generation nicht nur über unterschiedliche Bedürfnisse, sondern auch über einen frischen Blick auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen. Dies ist zum einen auf unsere Nähe zum operativen Alltagsgeschäft in den Laboren als Weiterbildungsassistenten zurückzuführen und zum anderen auf die Tatsache, dass der Großteil unserer beruflichen Zukunft noch vor uns liegt. Wir sind bereit, uns mit Mut, Engagement und Offenheit den Herausforderungen und Problemen im Gesundheitssystem zu stellen. Als AG Junge Ärztinnen und Ärzte möchten wir die Laboratoriumsmedizin aktiv mitgestalten und unseren Beitrag leisten“, so die frisch gewählte Doppelspitze.
 
Die noch junge Arbeitsgruppe hat sich bereits ehrgeizige Ziele gesetzt. Neben einer strukturierten Nachwuchsförderung mit kontinuierlicher Optimierung der ärztlichen Aus- und Weiterbildung soll auch ein gemeinsamer Wissensaustausch im eigens dafür geschaffenen AG-Portal etabliert werden. Die Mitglieder der AG beabsichtigen, sich gegenseitig bei Forschung und Innovationen zu unterstützen. Gleichzeitig sind sich die Medizinerinnen und Mediziner auch der Verantwortung der jüngeren Generation bewusst und setzen ein stärkeren Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit in den Laboren. Zudem wollen sie die digitale Transformation weiter vorantreiben und sich mit den bereits bestehenden Gruppen in anderen ärztlichen Berufsverbänden vernetzen.
 
„Mit Blick auf die demografische Entwicklung in den Laboren und die Gründe für den derzeit zögerlichen Ausbildungsbeginn im Zusammenhang mit der reformierten MTL-Ausbildung zeichnet sich eine erhebliche Lücke ab. Es wird immer deutlicher, dass die vorhandenen Ausbildungskapazitäten den tatsächlichen Bedarf an MTL-Fachkräften in den fachärztlichen Laboren zumindest mittelfristig nicht flächendeckend decken können“, fasst Fabian Raddatz, Sprecher der Arbeitsgruppe MTL, zusammen.
 
Neben praxisnahen Konzepten zur Integration ausländischer Fachkräfte steht auch die fortwährende Finanzierungslücke der vorwiegend ambulant tätigen Labore im Rahmen der neuen MTL-Ausbildung auf der Agenda. Darüber hinaus besteht die dringende Notwendigkeit, die regulatorischen Rahmenbedingungen der MTL-Ausbildung in den Bundesländern zu vereinheitlichen.