Akanthamöben-Keratitis: Nitazoxanid-Flüssigkristalle als Behandlungsalternative26. Januar 2026 Eine aktuelle Untersuchung zur Wirksamkeit von zwei Nitazoxanid-Formulierungen bei der Behandlung experimentell induzierter Akanthamöben-Keratitis ergab, dass Nitazoxanid-Flüssigkristalle das Potenzial zu einer wirkungsvollen alternativen Therapie besitzen.Foto.©Busse/Universitätsklinikum Münster Eine aktuelle Studie belegt, dass die Behandlung der Akanthamöben-Keratitis mit Nitazoxanid-Flüssigkristallen die Trübung der Hornhaut signifikant verringert. Die Akanthamöben-Keratitis ist eine schwerwiegende Infektion, die durch opportunistische Protozoen der Gattung Acanthamoeba ausgelöst wird. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger und immungeschwächte Personen. Wirksamkeit von Nitazoxanid-Formulierungen auf Akanthamöben-Keratitis Ziel der Studie war es, die therapeutische Wirksamkeit von zwei Nitazoxanid-Formulierungen bei der Behandlung experimentell induzierter Akanthamöben-Keratitis zu untersuchen. Nitazoxanid ist ein breit wirkendes Antiparasitikum, das unter anderem gegen Durchfallerreger wie Giardia und Cryptosporidium eingesetzt wird, in Deutschland aber keine Zulassung besitzt. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „Experimental Eye Research“. Als Versuchsmodell wurden Neuseelandkaninchen eingesetzt. Die Versuchstiere wurden in sieben Gruppen mit jeweils 31 männlichen weißen Kaninchen eingeteilt. Zwei Gruppen erhielten nach Infektion entweder Nitazoxanid in Suspensionsform oder in einem Flüssigkristall-System. Einer weiteren Gruppe wurde Chlorhexidin 0,02 Prozent nach der Infektion verabreicht. Jeweils entsprechende Kontrollgruppen ermöglichten den Vergleich der Behandlungserfolge. Zusätzlich wurde eine normale Kontrollgruppe ohne Infektion geführt. Über 30 Tage hinweg wurde die Wirkung der Behandlung durch tägliche klinische Untersuchungen, Einstufung der Akanthamöben-Keratitis sowie parasitologische und histopathologische Untersuchungen des Hornhautgewebes bewertet. Deutliche Verbesserung der Hornhauttrübung Die vorliegende Arbeit ergab, dass am dritten Tag nach Auslösung der Keratitis Anzeichen einer Infektion auftraten. Zudem überprüften die Forscher, dass alle Gruppen vor Beginn der Behandlung ähnliche Infektionsraten aufwiesen. Die Wissenschaftler beobachteten in der Gruppe, die mit Nitazoxanid-Flüssigkristallen behandelt wurde, eine deutliche Verbesserung der Hornhauttrübung, insbesondere zwischen Tag 18 und 30. Ihren Ergebnissen zufolge lagen die therapeutischen Effekte auf einem Niveau, das mit der Wirkung von Chlorhexidin vergleichbar war und in manchen Fällen sogar überlegen erschien. Im Vergleich dazu zeigte die Gruppe, die Nitazoxanid in Suspensionsform erhielt, deutlich schwächere Verbesserungen. Die Wissenschaftler bestätigten diese Befunde durch histopathologische Analysen. In der Gruppe, die mit Nitazoxanid-Flüssigkristallen behandelt wurde, traten nur minimale Entzündungen auf. Zudem konnten keine Zysten nachgewiesen werden. Nach Ansicht der Forscher unterstreichen diese Ergebnisse das Potenzial der Flüssigkristall-Formulierung als wirksame alternative Behandlung der Akanthamöben-Keratitis. (sas/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Wenn die Akkommodation verloren geht und die Brille stört: IOL zur Presbyopiekorrektur" Wenn die Akkommodation verloren geht und die Brille stört: IOL zur Presbyopiekorrektur Mit dem Alter kommt die Alterssichtigkeit – eine Einschränkung, die heute auch für jene kein Problem mehr sein muss, die die Brille als störend empfinden. Die refraktive Linsenchirurgie bietet zahleiche […]
Mehr erfahren zu: "Frauen in der Augenheilkunde – Interview mit den BVA-Vorständen Inger Lüdeke und Clemens Flamm" Frauen in der Augenheilkunde – Interview mit den BVA-Vorständen Inger Lüdeke und Clemens Flamm Frauen in der Augenheilkunde – zu diesem Thema haben wir zur diesjährigen AAD ein Gespräch mit den BVA-Vorstandsmitgliedern Dr. Inger Lüdeke und Dr. Clemens Flamm geführt. Die Erweiterung des Verbandsnamens […]
Mehr erfahren zu: "Bundeskabinett beschließt Medizinregistergesetz" Bundeskabinett beschließt Medizinregistergesetz Krebs, Diabetes, angeborene Herzfehler: Zu vielen Erkrankungen und laufenden Behandlungen gibt es umfassende Sammlungen medizinischer Daten. Dieser Fundus soll stärker durch das Medizinregistergesetz nutzbar gemacht werden.