Akkurate Blutdruckmessung erfordert geeignete Manschettengröße4. Januar 2024 © K.-U. Häßler – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer randomisierten Crossover-Studie führte die Verwendung einer Manschette mit ungeeigneter Größe im Rahmen einer automatischen Blutdruckmessung zu eklatant ungenauen Messwerten. Dies ist besonders besorgniserregend, wenn routinemäßig eine reguläre Blutdruckmanschettengröße für alle Personen verwendet wird, unabhängig von der Armgröße. Die Verfasser der Studie halten daher eine erneute Betonung der individuellen Auswahl von Blutdruckmanschetten für gerechtfertigt. Für die Studie wurden 195 Erwachsene aus der Allgemeinbevölkerung (mittleres Alter 54 ±16 Jahre; 34% männlich; 68% Schwarze; 51% mit Bluthochdruck) mit einem breiten Spektrum an mittleren Armumfängen in Baltimore, Maryland (USA), rekrutiert. Die Teilnehmer unterzogen sich 4-mal einer 3-fachen Blutdruckmessung, wobei bei den ersten 3 Runden in zufälliger Reihenfolge eine geeignete, eine zu kleine oder eine zu große Blutdruckmanschette verwendet wurde. Die vierte 3-fach-Messung wurde immer mit einer geeigneten Blutdruckmanschette durchgeführt. Der primäre Endpunkt war der Unterschied im mittleren Blutdruck bei Messung mit einer normalen Blutdruckmanschette im Vergleich zu einer geeigneten Blutdruckmanschette. Das sekundäre Ergebnis war der Unterschied im Blutdruck bei Verwendung zu kleiner oder zu großer Blutdruckmanschetten im Vergleich zu einer geeigneten Blutdruckmanschette über alle Manschettengrößen hinweg. Die Ergebnisse wurden auch nach systolischem Blutdruck (≥130 mmHg vs. <130 mmHg) und Body-Mass-Index (BMI ≥30 vs. <30 kg/m²) stratifiziert. Bei Personen, die eine kleine Blutdruckmanschette benötigten, führte die Verwendung einer normalen Blutdruckmanschette zu einem statistisch signifikant niedrigeren Blutdruckwert (mittlerer systolischer Blutdruckunterschied, −3,6 mmHg; 95%-KI −5,6 bis −1,7). Im Gegensatz dazu führte die Verwendung einer normalen Blutdruckmanschette bei Personen, die eine große oder extragroße Blutdruckmanschette benötigten, zu einem statistisch signifikant höheren Blutdruckwert (mittlerer systolischer Blutdruckunterschied 4,8 mmHg; 95%-KI 3,0–6,6 bzw. 19,5 mmHg; 95%-KI 16,1–22,9. Mit Blick auf das sekundäre Ergebnis waren die Blutdruckunterschiede bei den Personen ausgeprägter, die größere Blutdruckmanschetten benötigten. Der systolische Blutdruck und der BMI hatten in stratifizierten Analysen keine Auswirkungen auf die Ergebnisse. Fazit In dieser randomisierten Crossover-Studie führte die falsche Manschettengröße zu auffallend ungenauen Blutdruckmessungen. Dies sei besonders besorgniserregend für Einrichtungen, in denen routinemäßig eine reguläre Blutdruckmanschettengröße für alle Personen verwendet wird, unabhängig von der Armgröße, resümieren die Studienautoren. (ah) Autoren: Ishigami J et al. Korrespondenz: Tammy M. Brady; [email protected] Studie: Effects of Cuff Size on the Accuracy of Blood Pressure Readings: The Cuff(SZ) Randomized Crossover Trial Quelle: JAMA Intern Med 2023;183(10):1061–1068. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2023.3264
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