Aktuelle Risikoeinschätzung des FLI zur Geflügelpest15. März 2023 Symbolbild Foto: © Philippe Montes – pixabay.com Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) informiert über die gegenwärtige Geflügelpest-Infektionslage und damit einhergehende Gefahren: So wurden zwischen dem 01.02. bis 06.03.2023 in Deutschland 16 Ausbrüche bei Geflügel gemeldet, die sich über das gesamte Bundesgebiet verteilten und sowohl Kleinhaltungen als auch große Legehennenbetriebe betrafen. Die Zahl der gemeldeten Fälle bei Wildvögeln hat sich im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppelt. In Deutschland wurden in jüngerer Zeit besonders viele Möwen positiv auf das Geflügelpestvirus H5N1 getestet, so das FLI. Europaweit sei die Zahl der Ausbrüche bei Geflügel leicht rückläufig. Die Experten des FLI gehen davon aus, dass in Europa Fluktuationen von Wasservogelbewegungen aufgrund von wechselnden Witterungsverhältnissen zu erwarten sind, in deren Folge Wasservögel an den Küsten in südwestliche Richtungen abziehen bzw. auch wieder an die Küsten oder auch in ihre Brutgebiete zurückziehen. Witterungsbedingte klein- bis mittelräumige Bewegungen von Wasservogelarten finden laut FLI vor allem im Küstenbereich statt, Viren können sich in den Wasservogelpopulationen gut verbreiten und über kurze Strecken in andere Populationen eingetragen werden, so dass es zu einem Austausch der Viren innerhalb verschiedener Rastpopulationen kommen kann. Kühle Temperaturen und schwächere UV-Strahlung begünstigen ein Überdauern von HPAI-Viren in der Umwelt. In Deutschland waren im letzten Monat auffällig viele Möwen unter den positiv auf Geflügelpestvirus H5N1 getesteten Wildvögeln. Insgesamt wurden mehr als doppelt so viele Fälle bei Wildvögeln gemeldet als für Januar. Das FLI schätzt das Risiko der Aus- und Weiterverbreitung der HPAI-H5-Viren in Wasservogelpopulationen im Zusammenhang mit Fluktuation an Sammelplätzen innerhalb Deutschlands weiterhin als hoch ein. Das Risiko von HPAIV-H5-Einträgen in deutsche Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird ebenfalls weiterhin als hoch eingestuft. Das Eintragsrisiko durch Abgabe von Lebendgeflügel im Reisegewerbe oder Geflügelausstellungen innerhalb Deutschlands und Europas bleibt weiterhin hoch. Die Zahl der Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln in Europa ist leicht rückläufig. Daher wird von einem moderaten Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen (Sekundärausbrüche) innerhalb Deutschlands ausgegangen. Für Wassergeflügelhaltungen wird das Risiko des unerkannten Zirkulierens von HPAI-H5-Viren und demzufolge auch der Verbreitung zwischen Geflügelbeständen ebenfalls als moderat eingeschätzt.Im Vormonat wurden beide Risiken noch als hoch eingestuft. Risikoeinschätzung zur Hochpathogenen Aviären Influenza H5 (HPAI H5) Klade 2.3.4.4B : Aktualisierung für den Zeitraum 01.02. bis 06.03.2023(Externer PDF-Link zur Publikation)
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