Aktueller Review zu Asthma-Inhalatoren wie Budesonid gegen COVID-1914. März 2022 Foto: © MQ-Illustrations/stock.adobe.com Vor einem Jahr berichteten zahlreiche Medien über Hinweise, dass gängige Sprays beziehungsweise Pulverinhalatoren, wie sie zur Langzeitbehandlung von Asthma dienen, eine vorbeugende Wirkung gegen schwere Verläufe von COVID-19 haben könnten. Ein aktueller Cochrane Review wertet nun die mittlerweile vorliegenden Ergebnisse aus klinischen Studien aus und kommt zu dem Schluss, dass sich eine günstige Wirkung bestätigt. Das Wirkprinzip wäre plausibel: Inhalative Corticosteroide wie der Wirkstoff Budesonid sollen die oftmals überschießende Reaktion des Immunsystems auf SARS-CoV-2 abmildern, welche für die schweren Verlaufsformen von COVID-19 verantwortlich gemacht wird. Aber funktioniert dies wirklich? Ein Team von Cochrane-Autorinnen und -Autoren hat nun den ersten „lebenden“ Systematischen Review zu dieser Frage erstellt, der den hohen qualitativen Standards von Cochrane entspricht. Dafür unterzogen sie alle bisher verfügbaren randomisierten kontrollierten Studien (RCT) einer aufwändigen Qualitätskontrolle, fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und werteten sie soweit möglich in Meta-Analysen aus. Das wichtigste Ergebnis auf Basis von drei Studien mit mehr als 2000 Teilnehmenden, die zu Studienbeginn an einer milden COVID-19-Erkrankung litten, lautet: Inhalative Steroide reduzieren wahrscheinlich das Risiko einer Krankenhauseinweisung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Auflösung der Symptome innerhalb von 14 Tagen (Evidenz von moderater Vertrauenswürdigkeit nach GRADE). Das Team stellt aber auch fest, dass Daten aus RCTs fehlen, die die Endpunkte Lebensqualität und schwere unerwünschte Ereignisse bewerten. Ferner fehlen Studienergebnisse für Patientinnen und Patienten mit einer asymptomatischen Infektion, ebenso wie für solche mit einer moderaten bis schweren COVID-19-Erkrankung. Die meisten Teilnehmenden waren älter als 50 Jahre. Die Autorinnen und Autoren durchsuchten gezielt Studienregister nach geplanten und begonnenen RCTs, deren Ergebnisse noch nicht veröffentlich wurden. Dabei konnten sie 14 Studien identifizieren, deren Ergebnisse zusätzliche Erkenntnisse bringen könnten. Im Sinne des Ansatzes „lebender“ Systematischer Reviews plant das Team eine Aktualisierung dieser Arbeit, sobald es neue Veröffentlichungen gibt, welche die aktuellen Ergebnisse oder deren Verlässlichkeit ändern. Der Review basiert auf Evidenzsynthesen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über das Nationale Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19 (NUM) bis Ende 2021 geförderten COVID-19-Evidenzökosystems CEOsys.
Mehr erfahren zu: "Schwere SARS-CoV-2-Infektion: Nabelschnur-Stammzellen reduzieren Sterblichkeit" Schwere SARS-CoV-2-Infektion: Nabelschnur-Stammzellen reduzieren Sterblichkeit Von Dresdner Forschenden entwickelte Zellen zeigen, welche Wirkung Mesenchymale Stamm- oder Stromazellen (MSC) aus der Nabelschnur Neugeborener haben.
Mehr erfahren zu: "Erstes EU-Projekt integriert Pharmakogenomik in Tumorboards" Erstes EU-Projekt integriert Pharmakogenomik in Tumorboards Das Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) am Bosch Health Campus in Stuttgart leitet mit PGxMTB das europaweit erste EU-Projekt, bei dem die Pharmakogenomik systematisch in molekulare Tumorboards […]
Mehr erfahren zu: "DGP 2026: Schlüssel für die Medizin der Zukunft ist die richtige Balance zwischen Technik und Zuwendung" DGP 2026: Schlüssel für die Medizin der Zukunft ist die richtige Balance zwischen Technik und Zuwendung Im International Congress Center Messe München werden ab heute rund 4000 Pneumologinnen und Pneumologen erwartet: Unter dem Kongress-Motto „Zukunft atmen – Innovation und Menschlichkeit“ findet noch bis zum Samstag der […]