Akut dekompensierte Herzinsuffizienz geht ins Auge10. April 2025 Symbolfoto: ©Syda Productions/stock.adobe.com Die Auswirkungen einer akut dekompensierten Herzinsuffizienz (ADHF) auf die Mikrozirkulation der Netzhaut sind wenig erforscht. Eine aktuelle Analyse im „European Journal of Heart Failure“ zeigt, dass die ADHF mit reversiblen Veränderungen der retinalen Mikrozirkulation einhergeht. Für die im „European Journal of Heart Failure“ publizierte Studie untersuchten Mediziner um den Erstautor Amr Abdin 40 Patienten (Durchschnittsalter 78,9±8,8 Jahre; 32 % Frauen; mittlere LVEF 43±12,8 %). Studienteilnehmer waren mit der Primärdiagnose ADHF hospitalisiert worden und erhielten intravenös eine Mindestdosis von 40 mg Furosemid oder ein Äquivalent (mediane Behandlungsdauer 4,3± 2,8 Tage). Mittels transthorakaler Echokardiographie und ophthalmologischer Untersuchungen – darunter optische Kohärenztomographie-Angiographie (OCT-A) – erfasste die verantwortliche Studiengruppe vom Universitätsklinikum des Saarlandes Veränderungen der Netzhautgefäße in den ersten 24 h nach Aufnahme sowie nach der Rekompensation vor Entlassung. Eine altersangepasste Kontrollgruppe ohne bekannte kardiale oder retinale Erkrankungen diente zum Vergleich (n=40). Bis zur Entlassung verringerten sich sowohl das NT-proBNP (10.396 pg/ml; IQR 6410 vs. 6380; IQR 3933; p≤0,001) als auch der Durchmesser der unteren Hohlvene (2,13±0,4 cm vs. 1,63±0,3 cm; p=0,003) signifikant vs. Ausgangswert. Bei ADHF-Patienten zeigte sich initial eine schlechtere Sehschärfe (0,15±0,1 vs. 0,35±0,1 logMAR; p<0,001), eine reduzierte Makulagefäßdichte (14,3±3,6 vs. 18,0±1,9 mm/mm²; p<0,001) und eine geringere Perfusionsdichte (35,2±9,7 % vs. 42,6±3,2 %; p<0,001) vs. Kontrollgruppe. Nach der Stabilisierung verbesserten sich die Gefäß- und Perfusionsdichte signifikant (19,7±2,6 mm/mm²; p=0,001 bzw. 39,2±6,5 %; p=0,005). Zudem war die initial vergrößerte retinale Venenweite (136±19 µm vs. 124±22 µm; p=0,008) nach der Behandlung rückläufig (122±15 µm; p<0,001). Die OCT-A könnte somit als nichtinvasive Methode zur Beurteilung der Mikrozirkulation und des hämodynamischen Status bei akuter Herzinsuffizienz von klinischem Nutzen sein, folgern Abdin und Kollegen. (ah) Autoren: Abdin A et al.Korrespondenz: Amr Abdin;[email protected]Studie: Cardio-ocular syndrome: Retinal microvascular changes in acutely decompensated heart failureQuelle: Eur J Heart Fail 2024;26(11):2421–2430.doi: 10.1002/ejhf.3474
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