Akute Myokarditis: Diagnose mittels zirkulierender microRNA28. Oktober 2021 © fotoflash – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Diagnose einer akuten Myokarditis gestaltet sich mitunter als schwierig. Normalerweise greift man auf eine endomyokardiale Biopsie oder eine CMR-Bildgebung zurück. In einer kürzlich im „New England Journal of Medicine“ publizierten Studie identifizierte ein internationales Forschungsteam eine neuartige microRNA bei Mäusen und Menschen mit Myokarditis. Zudem kann das menschliche Homolog hsa-miR-Chr8:96 dazu verwendet werden, Erkrankte mit Myokarditis von solchen mit Myokardinfarkt (MI) zu unterscheiden. Erstautor Rafael Blanco-Domínguez vom Nationalen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung des Carlos III Health Institute in Madrid und Kollegen lösten bei Mäusen eine experimentelle Autoimmun-Myokarditis oder einen MI aus. Aus diesen isolierten sie CD4+-T-Zellen und Typ-17-T-Helferzellen (Th17) und führten daran microRNA-Assays und quantitative PCRs (qPCRs) zur Identifizierung einer relevanten microRNA durch. Mittels qPCR untersuchten sie zudem Proben von Mäusen mit Coxsackievirus-induzierter Myokarditis. Anschließend identifizierten sie das menschliche Homolog dieser microRNA und verglichen ihre Expression im Plasma von Patienten mit akuter Myokarditis mit der Expression in verschiedenen Kontrollen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bestätigten, dass Th17-Zellen, die durch die Produktion von Interleukin-17 gekennzeichnet sind, ein charakteristisches Merkmal der Myokardschädigung in der akuten Phase der Myokarditis sind. Die microRNA mmu-miR-721 wurde von Th17-Zellen synthetisiert und war im Plasma von Mäusen mit akuter Autoimmun- oder viraler Myokarditis vorhanden, nicht jedoch bei Mäusen mit akutem MI. Das menschliche Homolog hsa-miR-Chr8:96 wurde in 4 unabhängigen Kohorten von Patienten mit Myokarditis identifiziert. Die Fläche unter der ROC-Kurve für diese neuartige microRNA zur Unterscheidung von Patienten mit akuter Myokarditis von solchen mit MI betrug 0,927 (95%-KI 0,879–0,975). Die microRNA behielt ihren diagnostischen Wert in Modellen nach Anpassung für Alter, Geschlecht, EF und Serumtroponinspiegel. Fazit In der Studie identifizierte das Forschungsteam eine neue microRNA bei Patienten mit Myokarditis. Zudem könne das menschliche Homolog hsa-miR-Chr8:96 dazu verwendet werden, Erkrankte mit Myokarditis von solchen mit einem MI zu unterscheiden, schlussfolgern die Autoren. (ah) Autoren: Blanco-Domínguez R et al. Korrespondenz: Pilar Martín; [email protected] Studie: A Novel Circulating MicroRNA for the Detection of Acute Myocarditis Quelle: N Engl J Med 2021;384:2014–2027. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2003608
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