Akuter Schwindel: Versorgung in deutschen Notaufnahmen22. August 2018 Foto: © Wellnhofer Designs – Fotolia.com Akuter Schwindel gilt als einer der häufigsten Gründe für die Inanspruchnahme einer ärztlichen Betreuung. Wie findet die Versorgung der Patienten in deutschen Kliniken statt? Eine aktuelle Studie gibt Antwort auf diese Frage. Bei akutem Schwindel ist nicht selten eine interdisziplinäre Diagnostik vonnöten. Neuartige Methoden zur Diagnostik wie der Videokopfimpulstest sowie moderne Algorithmen wie HINTS (Kopfimpulstest, Nystagmus, alternierender Abdecktest nehmen in der Praxis eine immer wichtiger werdende Rolle ein. In einer Umfrage zum Management und der Beteiligung von HNO-Ärzten führten die Autoren der Klinik für HNO-Heilkunde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, bei insgesamt 168 deutschen HNO-Kliniken eine Online-Befragung durch. Die Befragung wurde im Frühjahr 2017 durchgeführt. Von den 168 adressierten Kliniken haben insgesamt 100 an der Befragung teilgenommen. Die bei akutem Schwindel zuerst konsultierten Ärzte gehörten zu den Fachgebieten HNO-Heilkunde (48 %), Neurologie (32 %) und innere Medizin (17 %). Die Mehrzahl der Patienten wurde stationär behandelt. Patienten mit akutem Schwindel wurden zur weiteren Therapie zumeist in HNO-Kliniken (62 %) oder der Neurologie (16 %) behandelt, seltener in Instituten für Innere Medizin. In HNO-Kliniken findet bei Notfällen der Videokopfimpulstest häufig Anwendung (72 %). Bei akuten Schwindelsymptomatiken nimmt der Otolaryngologe, was die Verantwortung und die interdisziplinäre Aufklärung angeht, eine besondere Rolle ein, da sich otologische Störungen als häufigster Auslöser für Schwindel und Vertigo offenbaren. Grundsätzlich wird bei den betreffenden Symptomatiken die Konsultation eines Facharztes für HNO-Heilkunde empfohlen. In deutschen Notaufnahmeabteilungen wenden Otolaryngologen die modernsten diagnostischen Hilfsmittel und Algorithmen (wie den zuvor genannten Videokopfimpulstest sowie HINTS) an, um peripher auftretende Vestibulopathien oder andere Ursachen zu identifizieren; durch dieses Vorgehen wird nach Dafürhalten der Autoren die medizinische Versorgung entscheidend verbessert. (am)
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