Alan C. Bird mit der Albrecht-von-Graefe-Medaille geehrt

Frank G. Holz, Alan C. Bird und Lars-Olof Hattenbach (v.l.).Foto:©Schulz/Biermann Medizin

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hat Prof. Alan C. Bird (London) in diesem Jahr mit der Albrecht-von-Graefe-Medaille für seine herausragenden und nachhaltigen Leistungen in der Ophthalmologie ausgezeichnet.

Von Sandy Schulz

Nur alle zehn Jahre verleiht die DOG seit dem Jahr 1886 die Albrecht-von-Graefe-Medaille. Sie gilt als angesehenste Auszeichnung der DOG und wird an Persönlichkeiten verliehen, die die Augenheilkunde durch herausragende wissenschaftliche Arbeiten weiterentwickelt haben. Alan C. Bird erhielt nun als 14. Preisträger diese große Ehre.

Seine ophthalmologische Ausbildung begann Bird 1962 am St. Bartholomew’s Hospital in London. 1965 nahm er sine Anstellung am Moorfields Eye Hospital in London an, dem er mit Unterbrechungen bis heute verbunden ist. Obwohl Bird seit 2006 im Ruhestand ist, ist er dort weiterhin als Honorararzt tätig.

Wegweisende Beiträge zur Erforschung von Netzhauterkrankungen

Die Laudatio hielt Prof. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn und Professor an der Universität Bonn. Er kennt Bird bereits seit vielen Jahren nicht nur aus seiner wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch persönlich.

Holz würdigte Bird in seiner Laudatio als international anerkannte Persönlichkeit der Ophthalmologie mit wegweisenden Beiträgen insbesondere auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen. Unter anderem umfasst Birds wissenschaftliche Publikationsliste mehr als 470 Arbeiten in peer-reviewten Fachzeitschriften sowie über 80 Beiträge in Büchern. Darüber hinaus habe er zahlreiche renommierte Vorträge gehalten und viele Auszeichnungen erhalten.

Zu Birds wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und dystrophische Erkrankungen der Netzhaut. Holz hob hier unter anderem seine bedeutenden Arbeiten zur AMD, Makulären Teleangiektasie Typ 2 (MacTel Typ 2), Sichelzellen-Retinopathie, Flussblindheit und Netzhautbildgebung sowie zu erblichen Netzhauterkrankungen hervor. Eine wichtige Grundlage für diese Arbeiten sei das multidisziplinäre Forschungsteam gewesen, das Bird am Moorfields Eye Hospital gegründet habe.

Zudem habe Bird eine zentrale Rolle im MacTel-Konsortium eingenommen. Darüber hinaus betonte Holz seine Bedeutung als Lehrender und Mentor. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit habe Bird mehr als 100 Stipendiaten betreut. Viele von ihnen seien heute selbst wissenschaftlich erfolgreich und Bird außerdem freundschaftlich verbunden.

MacTel Typ 2: Von der wenig verstandenen zur behandelbaren Erkrankung

In seiner Albrecht-von-Graefe-Gedenkvorlesung „Macular telangiectasia type 2 – a fruitful journey“ zeichnete Bird die Entwicklung der MacTel Typ 2 von 2004 bis heute nach. Innerhalb von zwei Jahrzehnten habe sich das zunächst wenig verstandene Krankheitsbild zu einer gut charakterisierten und behandelbaren Erkrankung entwickelt. Grundlage dieser Entwicklung sei ein unkonventionelles und zugleich kohärentes multidisziplinäres Forschungskonzept gewesen, das durch die internationale Zusammenarbeit von Forschenden und eine außerordentlich großzügige philanthropische Unterstützung ermöglicht worden sei.