Allergische Konjunktivitis: Welchen Einfluss haben die Gene?10. Februar 2026 Einer neuen Stude zufolge können Gene beeinflussen, wie leicht bei Menschen mit allergischer Konjunktivitis eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird und wie schwer die Symptome sind. Illustration: © TensorSpark – stock.adobe.com Rote, tränende und juckende Augen sind für viele Menschen vertraute Symptome, besonders während der Frühlings- und Sommerpollensaison. Die allergische Konjunktivitis ist zwar eine sehr häufige Erkrankung, aber ihr genetischer Hintergrund ist bisher nicht gut verstanden. Eine internationale Studie unter der Leitung der Universität von Oulu (Finnland) liefert neue Erkenntnisse zur allergischen Bindehautentzündung. Die Forscher gingen der Frage nach, warum manche Menschen allergische Augensymptome schnell entwickeln, während andere überhaupt keine Symptome haben – selbst wenn die Exposition ähnlich ist. Sie analysierten genetische Daten von mehr als 45.000 Menschen mit allergischer Konjunktivitis und von circa einer Million Kontrollpersonen. Die Datensätze wurden aus bevölkerungsbasierten Biobanken in Finnland, Estland und dem Vereinigten Königreich zusammengestellt. Dies ist nach Angaben der Universität Oulu die bisher größte genetische Studie zur allergischen Bindehautentzündung. Dutzende genetische Regionen im Zusammenhang mit allergischer Konjunktivitis Die Studie identifizierte 34 genetische Regionen, die mit dem Risiko einer allergischen Konjunktivitis verbunden sind. Viele der prädisponierenden Gene beeinflussen die Funktion des Immunsystems und die Entzündungsreaktionen. Einige der identifizierten Regionen wurden zuvor mit anderen allergischen Erkrankungen wie Asthma, allergischer Rhinitis und atopischer Dermatitis in Verbindung gebracht. Dies deutet darauf hin, dass allergische Konjunktivitis Teil eines breiteren Spektrums von allergischen Erkrankungen ist. Allergische Konjunktivitis – nicht nur ein lokales Augensymptom Laut den Forschern unterstützen die Ergebnisse die Ansicht, dass die allergische Konjunktivitis nicht nur ein lokales Augensymptom ist, sondern mit der Funktion des körpereigenen Immunsystems als Ganzes verbunden ist. Die Studie identifizierte auch drei genetische Regionen, die zuvor nicht mit allergischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wurden. Darüber hinaus zeigte die Forschung, dass allergische Bindehautentzündung genetisch mit mehreren anderen Merkmalen und Krankheiten verbunden ist. Insgesamt wurden Assoziationen mit 27 verschiedenen Erkrankungen gefunden, von denen viele mit Entzündungen und der Regulierung des Immunsystems zusammenhängen. Gene allein erklären keine Symptome Gene allein verursachen keine allergische Konjunktivitis. Umweltfaktoren wie die Exposition gegenüber Allergenen spielen weiterhin eine zentrale Rolle, so das Fazit der Wissenschaftler. Gene könnten jedoch beeinflussen, wie leicht eine Entzündungsreaktion ausgelöst werde und wie schwer die Symptome seien. Dies könne teilweise erklären, warum Augensymptome zwischen den Individuen stark variierten und warum bei manchen Menschen die Symptome wiederkehrend oder schwerer seien.
Mehr erfahren zu: "Gesunder Lebensstil lohnt sich auch nach Krebs" Gesunder Lebensstil lohnt sich auch nach Krebs Langzeit-Krebsüberlebende, die nicht rauchen, sich ausreichend bewegen und ein gesundes Körpergewicht halten, leben deutlich länger als Betroffene mit ungesünderen Gewohnheiten. Das zeigt eine aktuelle bevölkerungsbasierte Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
Mehr erfahren zu: "Blicke und Kaufimpulse lenken: Labor-Supermarkt der Uni Bonn eröffnet" Blicke und Kaufimpulse lenken: Labor-Supermarkt der Uni Bonn eröffnet Alles für den täglichen Speisezettel: Das bietet der neue Labor-Supermarkt der Universität Bonn. Forschende wollen hier untersuchen, wie sich etwa durch optische Reize, Produktplatzierung und andere Effekte visuelle und kognitive […]
Mehr erfahren zu: "Rechnungshof zum TSVG: Milliarden für Ärzte bringen nichts" Rechnungshof zum TSVG: Milliarden für Ärzte bringen nichts Teure Folgen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG): Zu den niedergelassenen Medizinern fließen zusätzliche Milliardensummen, Patienten warten trotzdem zu lange auf Termine. Der Rechnungshof fordert Konsequenzen.