Allergisches Asthma: Risiko für Antibiotika erfordernde Infektionen erhöht

Asthma
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Laut einer aktuellen dänischen Studie besitzen Patienten, die an einem allergischen Asthma leiden, im Vergleich zu Personen mit einem nicht allergischen Asthma ein höheres Risiko dafür, aufgrund von Atemwegsinfektionen Antibiotika verschrieben zu bekommen. Dabei scheint eine allergene Immuntherapie vor diesem Risiko zu schützen, wie die Studienautoren berichten. Virusinfektionen und Allergien seien bereits in der Vergangenheit als Hauptrisikofaktoren für Asthmaexazerbationen identifiziert worden – insbesondere, wenn beide Faktoren vorliegen. Ob Patienten mit einem allergischen Asthma aber anfälliger für Atemwegsinfekte sind, die eine Antibiotikatherapie erforderlich machen, war bislang nicht klar.

Die Wissenschaftler untersuchten prospektiv Allergien als Risikofaktor für solche Infektionen der Atemwege auf der Basis von Registerdaten einer dänischen Population von Asthma­patienten.

In der Einschlussphase zwischen 2010 und 2011 wurden Patienten mit allergischem Asthma (25.081 von 60.415 insgesamt; 48,5 %) identifiziert, die zwischen 18 und 44 Jahren alt waren. Sie wurden von 2012–2013 nachbeobachtet. Die Odds Ratios wurden in Bezug auf Patientenalter und -geschlecht sowie Schweregrad des Asthmas, Bildungsstand und Wohnort (Stadt/Land) adjustiert.

Die Studienautoren stellten fest, dass ein allergisches Asthma im Vergleich zum nicht allergischen Asthma mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Einlösung von mindestens 2 Antibiotika-Rezepten pro Jahr assoziiert war (Odds Ratio [OR] 1,28; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,24–1,33; p<0,0001).

Interessanterweise, so bemerken Erstautor Christian Woehlk und seine Kollegen, zeigte eine Untergruppenanalyse, dass eine Immuntherapie in dieser Studie offenbar vor dem Risiko eines Antibiotikabedarfs schützte (OR 0,76; 95 %-KI 0,66–0,87; p=0,0001).

Fazit
Patienten mit allergischem Asthma haben ein erhöhtes Risiko, Antibiotika für Atemwegsinfektionen verschrieben zu bekommen, im Vergleich zu Patienten mit nicht allergischem Asthma. Die Behandlung mit einer Allergen-Immuntherapie scheint vor diesem Risiko einen schützenden Effekt zu haben.

Autoren: Woehlk C et al.
Korrespondenz: Christian Woehlk, Department of Respiratory Medicine, Bispebjerg Hospital, Bispebjerg Bakke 23, Kopenhagen NV 2400, Dänemark; [email protected]
Studie: Allergic asthma is associated with increased risk of infections requiring antibiotics
Quelle: Ann Allergy Asthma Immunol 2018;120(2):169–176.e1.
Web: www.annallergy.org