Allgemeinmediziner aus Amsterdam behandeln Gonorrhö zunehmend leitliniengerecht1. März 2019 © MohamadFaizal – fotolia.com Sexuell übertragbare Infektionen (STI), die durch multiresistente Neisseria gonorrhoeae verursacht werden, sind eine zunehmende Bedrohung für die globale Gesundheit. In den Niederlanden übernimmt der Hausarzt den Hauptteil der STI-Versorgung. Im Jahr 2013 wurde ein Update der niederländischen Leitlinie veröffentlicht, in dem eine Einzeldosis intramuskuläres Ceftriaxon zur Behandlung von Gonorrhö-Infektionen empfohlen wird. Nun hat eine Arbeitsgruppe aus Amsterdam Daten aus einer niederländischen Forschungsdatenbank für Allgemeinmediziner ausgewertet, um die Umsetzung der Leitlinie zur Gonorrhö-Behandlung zu untersuchen. Dazu griff die Arbeitsgruppe auf elektronische Krankenakten der Jahre 2010 bis 2016 von 35 Hausärzten aus Amsterdam zu. Außerdem haben die Forscher eine Umfrage durchgeführt, um einen Einblick in die Erfahrungen der Hausärzte mit der empfohlenen intramuskulären Therapie zu gewinnen. Das Ergebnis zeigt einen eindeutigen Trend: Die Zahl der Gonorrhö-Fälle, die mit der Therapie der ersten Wahl behandelt wurden, stieg von 81% im Jahr 2010 (intramuskuläres Cefotaxim oder Ceftriaxon) auf 93% im Jahr 2015 (nur Ceftriaxon). Die Zahl der Ceftriaxon-Verschreibungen stieg deutlich von 30% im Jahr 2010 auf 93% im Jahr 2015. Die Ärzte bevorzugten eine intramuskuläre Injektion eines Cephalosporins der dritten Generation gegenüber mehreren oralen Dosen anderer Antibiotika. Fazit Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen für die Amsterdamer Region eine erfolgreiche Verschiebung der Behandlung von Gonorrhö-Infektionen hin zur Ceftriaxon-Monotherapie gemäß der nationalen Leitlinie. (isch) Autoren: Roos van Amerongen et al. Korrespondenz: Department of General Practice, Amsterdam University Medical Center, University of Amsterdam, Meibergdreef 9, P.O. Box 22700, 1100 DE Amsterdam, The Netherlands Studie: Trends in antimicrobial management of gonorrhoea by general practitioners in Amsterdam, the Netherlands, between 2010 and 2016: a cross-sectional study Quelle: BMC Family Practice201920:12 (epub 15.1.2019) Web: https://doi.org/10.1186/s12875-018-0900-9