Alzheimer: Oligodendrozyten produzieren toxische Peptide25. Juli 2024 Wissenschaftlerin nimmt Bilder von menschlichen Oligodendrozyten in einer Schale auf (grün gefärbt), die das für die Alzheimer-Demenz verantwortliche Amyloid-beta produzieren. (Foto: © Francesca Lam) Oligodendrozyten sind eine wichtige Quelle von Amyloid-beta (Aβ) und spielen bei der Alzheimer-Demenz eine Schlüsselrolle bei der Förderung der neuronalen Dysfunktion. Darauf deutet eine in „PLoS Biology“ veröffentlichte Studie des UK Dementia Research Institutes am University College London, Großbritannien, hin. Jüngste klinische Studien, die eine Verlangsamung des kognitiven und funktionellen Verfalls bei Menschen mit Alzheimer-Demenz (AD) zeigen, die mit Anti-Aβ-Antikörpern behandelt werden, unterstreichen die wichtige Rolle von Aβ im Krankheitsprozess. Trotz der entscheidenden zellulären Wirkungen von Aβ und seiner wesentlichen Rolle bei Alzheimer ist die traditionelle Annahme, dass Neuronen die primäre Quelle von toxischem Aβ im Gehirn sind, unbestätigt geblieben. In der aktuellen Studie zeigen Rikesh Rajani und Marc Aurel Busche nun, dass nichtneuronale Gehirnzellen, die Oligodendrozyten, Aβ produzieren. Sie wiesen ferner nach, dass die selektive Unterdrückung der Aβ-Produktion in Oligodendrozyten in einem AD-Mausmodell ausreicht, um die bei Alzheimer abnorme neuronale Hyperaktivität zu korrigieren. Die Ergebnisse belegen somit eine kritische Rolle des von Oligodendrozyten produzierten Aβ für die frühe neuronale Dysfunktion bei Alzheimer. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die gezielte Beeinflussung der Aβ-Produktion von Oligodendrozyten eine vielversprechende therapeutische Strategie zur Behandlung von Alzheimer sein könnte. Den Autoren zufolge ist die so erzielte funktionelle Verbesserung bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Hemmung der oligodendrozytären Aβ-Produktion nur zu einer relativ bescheidenen Verringerung der Plaque-Belastung führt, während die Blockade der neuronalen Aβ-Produktion zu einer nahezu vollständigen Beseitigung der Plaques führt. Dieser geringe Beitrag der Oligodendrozyten zur Plaque-Belastung könnte darauf hindeuten, dass eine Hauptwirkung des von den Oligodendrozyten stammenden Aβ darin besteht, die neuronale Dysfunktion zu fördern. Zusammen mit Daten, die eine erhöhte Anzahl von Aβ-produzierenden Oligodendrozyten in tieferen kortikalen Schichten des Gehirns von Personen mit Alzheimer zeigen, deuten diese Ergebnisse den Autoren zufolge darauf hin, dass von Oligodendrozyten stammendes Aβ eine zentrale Rolle bei der frühen Beeinträchtigung neuronaler Schaltkreise bei Alzheimer spielt, was wichtige Auswirkungen auf den Verlauf und die Behandlung der Krankheit hat. Die erhöhte Anzahl von Oligodendrozyten in menschlichen AD-Gehirnen wirft auch die faszinierende Möglichkeit auf, dass diese Zellen möglicherweise die verringerte Aβ-Produktion ausgleichen könnten, die durch den Verlust von Neuronen beim Fortschreiten der Krankheit entsteht. „Unsere Studie stellt die lange Zeit vorherrschende Meinung infrage, dass Neuronen die alleinige Quelle von Amyloid-beta im Gehirn sind, einem der wichtigsten toxischen Proteine, das sich bei der Alzheimer-Krankheit bildet. Tatsächlich zeigen wir, dass Oligodendrozyten, die myelinisierenden Zellen des Zentralnervensystems, ebenfalls erhebliche Mengen an Amyloid-beta produzieren können, welches die neuronale Funktion beeinträchtigt, und legen nahe, dass die gezielte Bekämpfung dieser Zellen eine vielversprechende neue Strategie zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit sein könnte“, schreiben die Autoren.
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