AMD-Netz bietet neue Makula-App an

Quelle: AMD-Netz

Noch eine App für den Alltag mit Seheinschränkungen? Jein: Das ­Konzept der Experten des AMD-Netz fokussiert die Schnittstelle Arzt/Patient. Mit der Makula-App werden Patienten mit Alters­abhängiger Makuladegenera­tion (AMD), aber auch mit Diabetischem Makulaödem (DMÖ), retinalem Venen­verschluss (RVV) oder myoper choroidaler Neovaskulari­sation (mCNV) angesprochen. Dr. Anke Tripp vom AMD-Netz stellt die App vor.

Das Mobiltelefon ist auch für ältere Menschen ein wichtiger Alltagshelfer geworden. Heute nutzen weit mehr als 50 Prozent der über 65-Jährigen Computer und Internet, zunehmend auch mobil. Auch in den sozialen Netzwerken und im Bereich digitale Gesundheit sind Senioren präsent. Die „Silver Surfer“ weisen eine hohe Medien­kompetenz und eine positive Grundhaltung gegenüber den Vorteilen der Digitalisierung auf. Bei den „Offlinern“ rückt unter anderem die Unterstützung der pflegenden und betreuenden Angehörigen und ­Freunde in den Fokus.(1)

Patienten sollen mit der Makula-App einerseits einen digitalen Assistenten erhalten, mit dem sie ihre Erkrankung und den Verlauf dokumentieren können. Die Verläufe der Parameter Netzhautdicke und Visus können individuell erfasst werden. Dadurch können Betroffene selbst zur Therapiekontrolle und Therapietreue beitragen. „Dies unterstützt den Erfolg der Behandlung mit intravitrealer Gabe von VEGF-Hemmern ganz entscheidend“, erklärt Prof. Daniel Pauleikhoff, leitender Arzt des Augenzentrums am St. Franziskus-Hospital in Münster. Andererseits können Patienten Termine verwalten, sich an Augenarzttermine erinnern lassen, Ansprechpartner anlegen und regelmäßig Selbsttests ihrer Sehfähigkeit durchführen. Der Erfolg des Selbstmonitorings konnte beispielsweise bei der Diabetestherapie bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen werden.(2)

In einem zweiten Informationsteil erhalten Patienten Kurzinformationen zu wichtigen Begriffen rund um Erkrankungen, Therapie, Maßnahmen, Untersuchung, Hilfsmittel und Hilfen. Sind ausführlichere Informationen gewünscht, erfolgt ein Hinweis auf die Webseite des AMD-Netz. Auch die Adress-Suche nach Fachansprechpartnern und Organisationen ist über die App möglich.

„Auch Angehörige können Patienten mit der neuen App unterstützen“, führt Dr. Anke Tripp vom AMD-Netz aus. Kurze Informationen zu wichtigen Stichworten informieren auch Anghörige. „Denn diese sind die ersten Ansprechpartner, wenn es gilt, nach einem Gespräch mit dem Augenarzt das Gehörte noch einmal zu rekapitulieren. Besonders aber dann, wenn Ängste und Sorgen zur Erhaltung des Augenlichtes die Patienten drücken.“
Die Bedienung der Makula-App ist sehr einfach, das Design schlicht gehalten und orientiert an den Richtlinien für Barrierefreiheit, So kommt sie zum Beispiel ohne Symbole aus. Aktuell erfolgt keine Datenübertragung oder -verarbeitung. Die App ist ab September 2018 in App-Stores kostenfrei erhältlich. Projektweiter­entwicklungen sind bereits in Planung (www.makula.app).

Informieren – Vernetzten – Zukunft gestalten: Das AMD-Netz verfolgt als gemeinnütziges medizinisch-soziales Netzwerk das Ziel, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern, die an AMD erkrankt sind. Aktuell sind in Deutschland etwa 4,5 Millionen Menschen von dieser Augenerkrankung betroffen. Seit seiner Gründung 2011 bietet das AMD-Netz Informationen und Service für Betroffene und Fach­zielgruppen an (www.amd-netz.de).

Quellen:
1. Belliger A. Hilfe, die Silver Surfer kommen!? Die Generation 60+ und ihr verändertes Kommunikationsverhalten im Web. In: Pfannstiel M, Da-Cruz P, ­Mehlich H (eds). Digitale Transformation von Dienstleistungen im Gesundheitswesen II. Springer Gabler, Wiesbaden 2017.
2. Steinert A, Haesner M, Steinhagen-­Thiessen E. Z Gerontol Geriat 2017;50: 516. https://doi.org/10.1007/s00391-016-1082-5

Autorin: Dr. Anke Tripp/AMD-Netz