AMD Netz: Makula App zählt schon mehr als 1000 Nutzer – Neues Experten-Portal zur DOG geplant9. August 2019 Bildquelle: AMD Netz e. V. Digitale Lösungen bergen neben der Verbesserung der Versorgung nachweislich auch erhebliches Einsparpotenzial. Dieses Fazit zog das AMD Netz nachseiner jüngsten Forumsveranstaltung in Essen, die dem Thema „Digitalisierung im Gesundheitsmarkt“ gewidmet war. Das gemeinnützige medizinisch-soziale Netzwerk führt die Forum-Veranstaltung regelmäßig mit einem interdisziplinären Teilnehmerkreis aus Vertretern der Selbsthilfe, Augenärzten, Optikern, Rehabilitationslehrern und der Industrie durch. Teilnehmer und Referenten diskutierten diesmal anhand von Vorträgen und in Workshops die Bedeutung des Trends „Digitalisierung“ rund um die Augenheilkunde und die Erkrankung altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Die Makula-App des AMD-Netzes (www.makula.app) habe aktuell seit dem Start im September 2018 mehr als 1100 Nutzer, berichtete Dr. Anke Tripp. Die App solle sensibilisieren und informieren und damit auch Arzt und Fachpersonal entlasten. Die eigenen Daten seien aktuell nur für den Nutzer einsehbar. Im Fokus der Entwicklung habe zunächst das Ziel gestanden, einen Beitrag zur Therapietreue zu leisten. Unter Alltagsbedingungen, so erinnerte Tripp, würden bei der IVOM-Therapie bei neovaskulärer AMD oft schlechtere Ergebnisse erzielt als in Zulassungs- und Real-Life-Studien. Die App könne daher auch dazu beitragen, die aktive Rolle von Patienten und Angehörigen bei der Terminverwaltung und -einhaltung zu stärken, damit diese sich aktiv mit der Erkrankung auseinandersetzen. In die Makula-App integriert ist seit kurzem eine Nutzerbefragung. Erste Auswertungen haben laut Mitteilung des AMD Netz ergeben, dass Sehtests und Terminverwaltung als wichtig erachtet wurden. Tendenziell hätten Nutzer auch keine Bedenken, ihre Daten mit dem Augenarzt auszutauschen oder für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. 85 Prozent dieser Teilnehmer würden die App weiterempfehlen. Nutzen für Patient, Arzt und Forscher Prof. Daniel Pauleikhoff, Münster, beschrieb die Rolle der Digitalisierung in der AMD-Diagnostik und -Therapie im Hinblick auf IT-gestützte Qualitätsanalysen, IT-gestützte Bildauswertungen und direkte Unterstützung des Patienten. Neben der eigenen Qualitätskontrolle und der verbesserten Versorgung des Patienten, beispielsweise durch die Darstellung von Langzeitverläufen, könnten diese Daten auch zur Weiterentwicklung der Qualitätssicherung in Zusammenarbeit mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen genutzt werden. Prof. Nikolaos E. Bechrakis, Essen, vermittelte den Aspekt „Nutzen für Arzt und Forschung“. Es gehe um eine optimierte Versorgung mit den Zielen, die Gesundheit der Bevölkerung sowie die gesundheitlichen Dienstleistungen zu verbessern sowie auch die Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren. Bechrakis skizzierte den Weg der Integration digitaler Daten in klinische Abläufe. Die Augenheilkunde eigne sich gut für diese Entwicklung, da es sich um ein sehr visuelles Fach handele, insbesondere aufgrund der notwendigen Auswertung und des Austausches von Bilddaten. Die Kommunikation der Heilberufe untereinander müsse allerdings verstärkt werden, damit der Patient profitieren könne. Zudem seien hierzu Voraussetzungen für Mitarbeiter zu schaffen. Der erste Vorsitzende des AMD-Netzes PD Klaus Dieter Lemmen fasste zusammen: „Der Digitalisierung gehört auch in der Augenheilkunde die Zukunft.“ Der Patient müsse und solle dabei eine aktive Rolle spielen, indem er zum Beispiel Apps für Untersuchungszwecke oder zur Behandlungskontrolle nutze und nutzenstiftende Entwicklungen mit begleite. Vor diesem Hintergrund plant das AMD-Netz auch eine Weiterentwicklung seiner Makula-App. Neues MakX-Portal geht zur DOG online Pünktlich zum diesjährigen DOG-Kongress wird das AMD-Netz ein neues Online-Portal bereitstellen: www.makx-portal.de. Das Angebot richtet sich an alle, die sich beruflich mit dem Thema „Makuladegeneration“ beschäftigen. Augenärzte, Orthoptisten und weitere Fachleute, die AMD-Patienten oder sehbehinderte Menschen behandeln und betreuen, finden auf dem MakX-Portal Informationen und Tools rund um deren Versorgung. Patientenhandout, Versorgungspartnerschaft, Adressverzeichnis AMD-Checklisten, Newsletter und mehr. Die Inhalte des neuen Expertenportals, so betont das AMD Netz, werden laufend ergänzt. Anregungen, Hinweise und Beiträge seien jederzeit willkommen. Kontakt: AMD-Netz e.V., Hohenzollernring 56, 48145 Münster, E-Mail: [email protected], www.amd-netz.de Quelle: AMD Netz e.V.
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