AMD-Progression: Studie zeigt Abhängigkeit von genetischen Risikofaktoren10. Februar 2022 Konversion von früher AMD in visusrelevante atrophische und neovaskuläre Spätstadien der AMD. Abb.: © John A. Moran Eye Center Die im Februar in “JAMA Ophthalmology” veröffentlichte Studie des Forscherteams um Steffen Schmitz-Valckenberg, Huntsman Presidential Professor, John A. Moran Eye Center, University of Utah, zeigt, dass klinische Unterschiede im AMD-Krankheitsverlauf mit bestimmten genetischen Risikovarianten assoziiert sind. Eine Gruppe von sechs Genen auf Chromosom 1 und ein Genpaar auf Chromosom 10 sind am stärksten mit der Entwicklung von AMD assoziiert, einer der Hauptursachen für Erblindung bei Erwachsenen über 55 Jahren. Wissenschaftler des Sharon Eccles Center for Translational Medicine (SCTM) des John A. Moran Eye Center und des Utah Retinal Reading Center (UREAD) analysierten Tausende von Netzhautbildern, um das Fortschreiten der Krankheit in drei Untergruppen von AMD-Patienten zu untersuchen, die anhand ihres genetischen Risikoprofils ausgewählt wurden: – 317 Patienten mit zwei Kopien von genetischen Risikovarianten (homozygot) nur auf Chromosom 1 – 93 Patienten, die nur auf Chromosom 10 homozygot sind – 92 Patienten, die sowohl auf Chromosom 1 als auch auf Chromosom 10 homozygot sind. Die Wissenschaftler berichten, dass Patienten, die sowohl auf Chromosom 1 als auch auf Chromosom 10 homozygot sind, visusrelevante Spätstadien am frühesten erreichten, nämlich im Median nach 4,4 Jahren. Im Vergleich dazu dauerte es bei Patienten, die entweder nur auf Chromosom 1 oder 10 homozygot sind, länger – im Median 6,3 Jahre beziehungsweise 10,4 Jahre – bis sie entweder eine atrophische oder eine exudative neovaskuläre AMD entwickelten. Sowohl die atrophische als auch die exsudative Form der Erkrankung können zu erheblicher Sehbehinderung durch den Verlust von Netzhautzellen führen. Die Forscher fanden auch bedeutende und konsistente Unterschiede im Hinblick auf funktionelle Veränderungen zwischen den Gruppen. Patienten, die auf beiden Chromosomen homozygot sind, hatten eine 2,1-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine Verschlechterung der Sehschärfe um zwei oder mehr Zeilen auf der Sehschärfetafel, im Vergleich zu diejenigen, die nur auf Chromosom 1 homozygot sind. Krankheitsmechanismen besser verstehen“Die Verknüpfung der Genetik mit der klinischen Manifestation der AMD ist wichtig, um die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen und die unterschiedlichen Progressionsraten besser zu verstehen”, so Erstautor der Studie und UREAD-Direktor Schmitz-Valckenberg, MD. “Wir benötigen diese Informationen, um das Design von effektiven klinischen Studien zur Bewertung neuer Therapien für die AMD zu verbessern.“ Die Mitautorin der Studie, Monika Fleckenstein, ergänzt: „Während die Ergebnisse in anderen Kohorten validiert werden sollten, ist die Beobachtung spannend, dass die beiden wichtigsten AMD-assoziierten genetischen Risikoloci wohl einen unterschiedlichen Einfluss auf die Manifestation und das Fortschreiten der Krankheit auf Patientenebene haben.“ Die Forscher planen nun, ähnliche Studien für weitere genetische Untergruppen von AMD-Patienten durchzuführen. Diese Forschungsdaten sind als Originalarbeit in “JAMA Ophthalmology” mit dem Titel “Progression of Age-Related Macular Degeneration Among Individuals Homozygous for Risk Alleles on Chromosome 1 (CFH-CFHR5) or Chromosome 10 (ARMS2/HTRA1) or Both” veröffentlicht worden. Autoren sind: Steffen Schmitz-Valckenberg, Monika Fleckenstein, Moussa A. Zouache, Maximilian Pfau, Christian Pappas, Jill L. Hageman, Elvira Agrón, Claire Malley, Tiarnan D. L. Keenan, Emily Y. Chew, und Gregory S. Hageman.
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