Analgetika nach HNO-Operationen18. Oktober 2019 Foto: ©tashatuvango/Adobe Stock In einer kürzlich in „Otolaryngology – Head and Neck Surgery“ publizierten Studie haben US-amerikanische HNO-Ärzte die Wirksamkeit von Analgetika verglichen, ausgehend davon, ob die Patienten als primäre analgetische Therapie Opioide oder Ibuprofen erhielten. Es handelt sich um eine prospektive randomisierte Studie mit erwachsenen Patienten einer Universitätsklinik, die aufgrund HNO-Beschwrden ambulant operiert wurden; die Patienten erhielten zur postoperativen Schmerzstillung entweder Ibuprofen oder eine Kombination aus Hydrocodon und Paracetamol. Hydrocodon wirkt hustenreizlindernd und schmerzlindernd; die Wirkungen beruhen auf der Bindung an den M-Opioidrezeptor. Der Schweregrad der Schmerzen sowie der Konsum von Analgetika wurde von den Patienten angegeben. Von den 185 rekrutierten Patienten komplettierten 108 (58 %) die Befragung. Als primäres Analgetikum erhielten 56 Patienten (52 %) die Kombination Hydrocodon/Paracetamol; 52 Patienten (48 %) erhielten zur Schmerzstillung Ibuprofen. Die Autoren konnten zwischen den beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich der Wirksamkeit der Analgetika auf die postoperativen Schmerzen feststellen. Die Patienten der Ibuprofen-Gruppe berichteten im Vergleich zur Opioid-Gruppe von einem signifikant niedrigeren Verbrauch an Opioiden: 2,04 Tabletten/Pillen (95 % Konfidenzintervall 0,9 – 3,1) gegenüber 4,86 (3,6–6,1; P=0,001). Basierend auf einer multivariaten Analyse zeigte sich, dass männliches Geschlecht und höheres Alter mit einem niedrigeren Schmerzscore assoziiert waren; höheres Alter und die Einnahme von Ibuprofen als primäre Schmerztherapie standen wiederum mit einer deutlich niedrigeren Einnahme von Opioiden in Zusammenhang. Die Autoren schlussfolgern, dass das postoperative Schmerzmanagement mit Ibuprofen als Primärtherapie bei ambulant operierten HNO-Patienten ebenso wirksam ist wie mit Hydrocodon/Paracetamol; zusätzlich verringert die Primärtherapie mit Ibuprofen die Einnahme von Opioiden. Angesichts einer Opioid-Epidemie, wie sie gegenwärtig in den USA vorherrscht, sind diese Erkenntnisse für die alltägliche Praxis von großem Nutzen. (am)
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern" Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsgruppe der Universität Magdeburg untersucht, warum Gerüche unterschiedlich wirken und was das über Erkrankungen des Gehirns verrät.