Analyseverfahren: Düsseldorfer Forscher optimieren die weltweit angewandte Liquid Biopsy13. Januar 2021 © Stephanie Eckgold – stock.adobe.com Die Liquid Biopsy hat gegenüber einer Gewebeprobe aus festem Gewebe den Vorteil leicht und mit minimaler Belastung von Patienten durchführbar zu sein. Das Epigenetische Labor des Instituts für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika, geleitet von Prof. Dr. Simeon Santourlidis, hat jetzt eine neue methodische Verbesserung dieser Liquid-Biopsy vorgestellt. Sie löst ein wesentliches Problem dieser inzwischen weltweit verbreiteten Analytik. Es bestand darin, die z.B. im Blut frei zirkulierende DNA in reinster Form zu gewinnen, d.h. frei von jeglicher Verunreinigung mit beispielsweise DNA, die während des Präparationsprozesses aus beschädigten Zellen anfällt. Die Arbeit der Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist am 17.12.2020 in der renommierten Open-Access Fachzeitschrift „Scientific Reports“ erschienen. Die Liquid Biopsy ist u.a. von zentraler Bedeutung für die Diagnose, Prognose und Therapie verschiedener metastasierender Tumorerkrankungen. Weitere Anwendungsgebiete der Liquid Biopsy finden sich auch in den Bereichen der Regenerativen Medizin und der Altersforschung. Erstmals konnten die Düsseldorfer ForscherInnen die in der Gewebsflüssigkeit befindliche, frei zirkulierende DNA nun von anderen DNA-Anteilen des peripheren Blutes vollständig trennen. So wurde es möglich, ihre tumor- und alterungscharakteristische epigenetische Signatur, d.h. die epigenetischen Informationen, ohne jegliche störende Kontamination durch andere Nukleinsäure-Anteile analysieren und nutzen zu können. Diesen qualitativen Fortschritt hat die Studentin der Biologie Wardah Mahmood, MSc, Erstautorin der aktuellen wissenschaftlichen Publikation, im Rahmen ihrer Masterarbeit über die Anwendung der Liquid Biopsy entwickelt. Zusammen mit Dr. Lars Erichsen, Institut für Stammzellforschung und Regenerative Medizin, wurde dieses Verfahren zunächst exemplarisch in der Altersforschung angewandt. Es gelang damit der Nachweis einer signifikanten, altersbedingten Abnahme, der so genannten DNA-Methylierung (chemischen Veränderung) innerhalb größerer Abschnitte der frei im Blut zirkulierenden menschlichen DNA. Die Epigenetik umfasst Mechanismen, die in Folge der Einwirkung äußerer Umwelteinflüsse (Nahrungsmittel, Klimafaktoren, UV-Strahlung, Stress, Medikamente, Chemikalien, Toxine etc..) eine Anpassung bzw. eine schädliche Veränderung der Regulation unserer Gene bewirken können. Dieser verbesserte Nachweis der gestörten Epigenetik der sich in großer Zahl in unserer DNA befindlichen genetischen Elemente könnte als Biomarker vielseitig Anwendung finden, sowohl zum Monitoring des Alterungsprozesses und der Lebensgewohnheiten aller Menschen, als auch zur Kontrolle der Erhöhung der alterungsbedingten Anfälligkeit für Krebserkrankungen.
Mehr erfahren zu: "Neue Methode verbessert Diagnose erblicher Nierenerkrankung" Neue Methode verbessert Diagnose erblicher Nierenerkrankung Eine seltene Erbkrankheit der Niere lässt sich mit herkömmlichen Gentests oft nur schwer erkennen. Ein deutsches Forschungsteam hat nun eine neue Methode entwickelt, die krankheitsauslösende Veränderungen im MUC1-Gen zuverlässiger nachweisen […]
Mehr erfahren zu: "Frauen im Gesundheitswesen: „Datenlücken gefährden die Versorgung von Patientinnen“" Frauen im Gesundheitswesen: „Datenlücken gefährden die Versorgung von Patientinnen“ Frauen werden in Deutschland noch immer auf Grundlage von Daten versorgt, die ihre Lebensrealität häufig nur unzureichend abbilden: Zu diesem Fazit kamen rund 130 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und […]
Mehr erfahren zu: "Adaptive Optik und intelligente Spiegeltechnologie verbessern hochauflösende Mikroskopie" Adaptive Optik und intelligente Spiegeltechnologie verbessern hochauflösende Mikroskopie Ein mikromechanisches Spiegelarray mit rund 64.000 Mikrospiegeln korrigiert optische Verzerrungen und ermöglicht dadurch schärfere und kontrastreichere Aufnahmen von biologischem Gewebe. Perspektivisch könnten sowohl Grundlagenforschung als auch die medizinische Diagnostik profitieren.