Demenz: Angehörige brauchen bessere Beratung5. Januar 2018 Foto: © Norwayblue – Fotolia.com Angehörige von Menschen mit Demenz brauchen frühzeitige und passende Beratung zum Krankheitsbild, zu Entlastungsmöglichkeiten und zu rechtlichen und finanziellen Fragen. Beratungsstellen sind auf diesen Bedarf noch nicht ausreichend eingestellt. Außerdem sollten Ärzte stärker auf Beratungs- und Entlastungsangebote hinweisen. Dies ist das Ergebnis der Fachtagung „Beratung bei Demenz“, die Ende November 2017 in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin stattgefunden hat. “Eine Demenzerkrankung ist für die Angehörigen der Betroffenen sehr belastend”, betont die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Qualifizierte Beratung und Entlastungsangebote könnten helfen, würden aber oft zu spät in Anspruch genommen. Dies zeigte Elmar Gräßl von der Universitätsklinik Erlangen anhand verschiedener Forschungen aus den letzten Jahren. „Wenn es uns gelingen würde, Ärzte zu verpflichten, bereits zu Beginn der Diagnosestellung Angehörige über Beratungs- und Entlastungsmöglichkeiten zu informieren, dann würden Angehörige frühzeitiger Hilfe in Anspruch nehmen“, so Gräßl. In Deutschland gibt es eine große Vielfalt an Beratungsangeboten, unter anderem mobile Beratungen, Schulungen, telefonische Beratung und Hausbesuche. In diesem Bereich arbeiten oft sehr engagierte Beraterinnen und Berater. Einige von ihnen meldeten sich auf der Tagung zu Wort. Dabei wurde aber auch deutlich: Nicht alle Beratungsstellen sind auf das Thema Demenz vorbereitet und können Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen tatsächlich weiter helfen. Helga Schneider-Schelte von der Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert daher: „Angehörige müssen rechtzeitig über Beratungsmöglichkeiten informiert sein, das heißt, bereits bei der Diagnosestellung. Und es muss eine bessere Qualifizierung zum Thema Demenz geben – bei allen, die Betroffene und Angehörige beraten.“ Heute leben nach Angaben der Gesellschaft in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60% davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzkranken wird bis 2050 auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.
Mehr erfahren zu: "Paracetamol in der Schwangerschaft: Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen" Paracetamol in der Schwangerschaft: Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen Laut einer aktuellen Metaanalyse gibt es keine Hinweise darauf, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko von Autismus, ADHS oder geistiger Behinderung bei Kindern erhöht.
Mehr erfahren zu: "Fingerstich-Bluttest: Alzheimer-Biomarker künftig auch aus der Ferne messbar" Fingerstich-Bluttest: Alzheimer-Biomarker künftig auch aus der Ferne messbar Eine internationale Studie zeigt erstmals, dass Alzheimer-Biomarker zuverlässig über einfache Blutproben aus der Fingerspitze nachweisbar sind. Die Proben können zu Hause entnommen und ohne Kühlung oder Vorverarbeitung an Labore geschickt […]
Mehr erfahren zu: "Kognitionstest: Führen Hörgeräte zu besseren Ergebnissen?" Kognitionstest: Führen Hörgeräte zu besseren Ergebnissen? Eine Studie konnte zeigen, dass Hörgeräte bei mittelgradigem Hörverlust das Abschneiden im Kognitionstests kaum beeinflussten. Die Ergebnisse belegen aber auch einen Zusammenhang zwischen Hörgeräte-Nutzung und geringerem Demenzrisiko.