Angst und Depressionen bei Reizdarmsyndrom

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Bei Patienten, die an einem RDS leiden, ist die Wahrscheinlichkeit für Angsterkrankungen oder Depressionen 3-mal so hoch wie bei darmgesunden Personen. Das hat eine kürzlich veröffentlichte Literaturrecherche ergeben.

Deren Autoren erklären, dass zwar in älteren Studien ein möglicher Zusammenhang zwischen einem RDS und psychischen Problemen wie Angst und Depressionen aufgezeigt worden sei, dass aber bisherige systematische Überprüfungen lediglich das Ausmaß von Angstzuständen oder Depressionen bei RDS-Patienten zum Gegenstand gehabt hätten.

Die Wissenschaftler führten daher eine Literaturrecherche in den Datenbanken von Embase, PubMed, Scopus, Web of Science und POPLINE durch und berücksichtigten dabei Arbeiten, die bis zum 1. Januar 2019 veröffentlicht worden waren. Evaluiert wurden Studien, in denen über die Prävalenz von Angst­zuständen/depressiven Symptomen/Störungen bei erwachsenen (≥15 Jahre) RDS-Patienten berichtetet wurde.

Insgesamt 14.926 Artikel wurden zunächst gescreent; in die Analyse wurden schließlich 73 Artikel aufgenommen. Die Prävalenzraten von Angstsymptomen und -störungen bei RDS-Patienten betrugen 39,1% (95%-Konfidenzintervall [KI] 32,4–45,8) bzw. 23% (95%-KI 17,2–28,8). Die OR für Angstsymptome und -störungen bei RDS-Patienten im Vergleich zu gesunden Probanden betrugen 3,11 (95%-KI 2,43–3,98) bzw. 2,52 (95%-KI 1,99–3,20).

Die Prävalenzschätzungen für depressive Symptome und Störungen bei RDS-Patienten lagen bei 28,8% (95%-KI 23,6–34) bzw. 23,3% (95%-KI 17,2–29,4). Die OR für depressive Symptome und Störungen bei RDS-Patienten im Vergleich zu gesunden Probanden betrugen 3,04 (95%-KI 2,37–3,91) bzw. 2,72 (95%-KI 2,45–3,02).

Fazit
Patienten mit RDS haben im Vergleich zu gesunden Probanden eine dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Angstzustände oder Depressionen, so das Fazit der Studienautoren. (ac)

Autoren: Zamani M et al.
Korrespondenz: Mohammad Zamani; [email protected]
Studie: Systematic review with meta-analysis: the prevalence of anxiety and depression in patients with irritable bowel syndrome
Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2019;50:132–143.
Web: https://doi.org/10.1111/apt.15325